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20.02.2009
Drei Bausteine für den Wohnungsbau
Forderungsprogramm der Bau- und Immobilienwirtschaft zur Bundestagswahl
Der dramatische Einbruch der Wohnungsbauzahlen sowie der sich regional zuspitzende Mangel an bezahlbaren und geeigneten Wohnungen haben die in der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zusammengeschlossenen Spitzenverbände der Bau- und Wohnungswirtschaft zu einem politischen Forderungsprogramm für den Wohnungsbau veranlasst. Sozialer und demografischer Wandel sowie der Klimaschutz stellen Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Um das Grundbedürfnis Wohnen in Zukunft zu sichern, fordern die Verbände eine Stärkung des Wohneigentums, die Schaffung von Anreizen für Investitionen in den Neubau sowie einen Ausbau der KfW-Förderung für seniorengerechtes, energieeffizientes und nachhaltiges Bauen.
Wie die Studie „Wohnungsmangel in Deutschland?“ des Eduard Pestel Instituts belegt, bedarf es dringend neuer Impulse für den Wohnungsbau. Um dem Wohnungsmangel zu begegnen und Senioren und Familien ein bezahlbares, selbstständiges und den Bedürfnissen entsprechendes Wohnen zu ermöglichen, muss die Politik die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau verbessern. Dazu schlagen die Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft folgende konkrete Lösungsansätze vor:
1. KfW-Programme gezielt ausbauen
Die KfW-Förderung zum energieeffizienten Bauen muss ausgebaut und verstetigt werden. Nur durch eine gezielte und ausreichende Förderung sind die Klimaschutzziele zu erreichen. Notwendig ist auch die finanzielle Aufstockung und Verstetigung des neuen Programms für die seniorengerechte Umgestaltung der Wohnungsbestände. Zudem muss die KfW-Förderung um einen speziellen Programmpunkt für den Bestandsersatz als Kombiförderung mit Abriss und Neubau erweitert werden.
2. Bessere steuerliche Abschreibungsbedingungen für Wohnimmobilien
Die steuerlichen Abschreibungsbedingungen sind für Bauherren eine der wichtigsten Grundlagen bei der Planung und Umsetzung von Bauvorhaben. Zur Stärkung des Neubaus von Mietwohnungen in Wachstums- und Zuzugsregionen muss der Abschreibungssatz für Wohngebäude von derzeit linear 2 auf mindestens 4 % angehoben werden.
3. Steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung der Wohneigentumsbildung
Eine kurzfristige Stärkung der Wohneigentumsbildung kann über steuerrechtliche Regelungen in Form eines familienfreundlichen und umweltgerechten Einkommensteuer-Abzugsmodells erreicht werden. Dabei soll die bereits für haushaltsnahe Dienstleistungen geltende Einkommensteuerermäßigung nach §35a EStG erweitert werden. Hier sollte künftig auch die Inanspruchnahme von Planungs- und Handwerkerleistungen für den Neubau sowie von Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen bei Bestandserwerb von selbstgenutztem Wohneigentum steuerlich absetzbar sein.
“Angesichts der Finanzkrise gewinnen Immobilien als sichere Anlageform erheblich an Bedeutung,“ sagt Michael Basten, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden. „Allerdings müssen auch die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Notwendig ist eine bessere steuerliche Förderung – und zwar nicht nur für die Modernisierung des Bestands, sondern auch für den Neubau.“
„Das dringend notwendige Einlenken der Politik belebt gleichzeitig die Konjunktur und schafft Arbeitsplätze“, sagt Dr. Ronald Rast, Koordinator der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau. „Um den Auswirkungen der Finanzkrise entschieden zu begegnen, müssen sich die Finanzierungsbedingungen wieder verbessern. Die Gewährleistung der Finanzierung der Investitionsvorhaben zu angemessenen Konditionen ist von zentraler Bedeutung für den Wohnungsbau.“
Das ausführliche Positionspapier der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zur Bundestagswahl 2009 sowie das ausgearbeitete Eckpunktepapier zur Ergänzung des §35a EStG finden Sie auf der Website
www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de.
Quelle: BBS