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28.05.2008
Baustoffindustrie: Hoffnung auf nachhaltigen Aufschwung wurde 2007 noch nicht erfüllt
„Die Hoffnungen auf einen nachhaltigen Aufschwung haben sich im Jahr 2007 nach den guten Ergebnissen von 2006 noch nicht erfüllt“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden e.V., Dr.-Ing. Gernot Schaefer, auf der Jahres-Mitgliederversammlung am 29. Mai 2008 in Baden-Baden. Zudem sei die Entwicklung der Branchen sehr unterschiedlich verlaufen. „Insbesondere die vom Wohnungsbau abhängigen Unternehmen mussten aufgrund des Einbruchs beim Wohnungsbau Produktionseinbußen im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen“, betonte Dr.-Ing. Schaefer. Nach internen Umfragen konnte der Einbruch der Binnennachfrage durch einen erhöhten Exportanteil abgemildert werden.
Die Zahlen im Überblick:
Beschäftigung: + 1,4% auf rund 140.000
Zahl der Unternehmen: 4000
Gewinnung mineralischer Rohstoffe: Rund 600 Millionen Tonnen
Umsatz: +3,8% auf rund 27,5 Milliarden Euro
Gesamtproduktion: -1,2%
Kapazitätsauslastung: 77,7%, -3,9 Prozentpunkte
Erzeugerpreise: +3,3%
Der schwachen Entwicklung der wohnungsbauabhängigen Branchen kann durch höhere Investitionen in die Gebäudesanierung und in den energetisch optimierten Ersatzneubau entgegengetreten werden. „Noch immer sind zwei Drittel der 21,1 Millionen Wohngebäude in Deutschland nicht energetisch saniert. Mit entsprechenden Umrüstungen und Ersatzneubauten könnte nach der Mc-Kinsey-Studie des BDI ein Drittel der CO2-Emissionen vermieden werden“, sagte Dr.-Ing. Schaefer.
Allerdings stehen die langen Amortisationszeiten den Investitionen entgegen. „Je nach Umfang und Bedingungen für die Kredittilgung rechnen sich die Sanierungskosten erst nach 10 bis 20 Jahren. Bei einer so langen Zeit müssen mehr Anreize gesetzt werden, damit überhaupt investiert wird, sonst sehe ich für die CO2-Reduzierung im Gebäudebereich schwarz“, unterstrich BBS-Präsident Dr.-Ing. Schaefer. Dies gelte insbesondere, wenn man das Alter der Wohnungseigentümer betrachte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wohnen 87% der Hausbesitzer von Einfamilienhäusern in Gebäuden, die vor 1990 erbaut worden sind. Von diesen 87 % sind mehr als 48% älter als 60 Jahre. Zu den Investitionsanreizen zählen vor allem Sonderabschreibungsmöglichkeiten oder direkte Zuschüsse. „Auch das Mietrecht muss so gestaltet werden, dass sowohl Vermieter als auch Mieter an den Senkungen der Nebenkosten teilhaben können“, so Dr.-Ing. Schaefer.
Zudem muss sichergestellt werden, dass auch künftig Rohstoffabbau möglich ist, um die Versorgung mit mineralischen Rohstoffen zu gewährleisten. „Daher halten wir einen Bundesraumordnungsplan als Rahmenplan für dringend erforderlich“, sagte Dr. -Ing. Schaefer. So könnten die wirtschaftlichen Belange gegenüber konkurrierenden Nutzungen in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.
Aufgrund der enorm steigenden Energiekosten ist es ferner dringend not-wendig, dass nicht durch das CO2-Zertifikate-Handelssystem weitere Be-lastungen auf die produzierenden Unternehmen zukommen. Daher wird die von der EU vorgesehene 100-prozentige Versteigerung der Zertifikate abgelehnt, denn durch den damit verbundenen Strompreiseffekt würden die energieintensiven Unternehmen nochmals zusätzlich erheblich belastet.
Quelle:
Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e.V.