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13.02.2009
Baugewerbe fordert Konjunkturpaket Wohnungsbau
Einführung einer Energiesparprämie
Ausbau von Wohn-Riester
Erhöhung der Afa im Mietwohngsbau
Anlässlich der Frühjahrs-Pressekonferenz des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, forderte dessen Präsident Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, ein spezielles „Konjunkturpaket Wohnungsbau“. Denn das Konjunkturpaket II habe leider keine Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus über die KfW-Förderprogramme hinaus enthalten.
Loewenstein berichtete, dass seit 2005 2,3 Mio. Wohnungen mit Fördermitteln aus den KfW-Programmen saniert worden seien. „Unter dem Aspekt, dass rund 25 Mio. Wohnungen saniert werden müssten, ist dieses jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Er forderte daher, das Sanierungstempo dringend zu erhöhen.
Gerade für die Haushalte, die für Sanierungsmaßnahmen keine Kredite benötigen, wäre – wie analog für Wohnungseigentümergemeinschaften, die keine Kredite erhalten - die Einführung einer Energiesparprämie in Höhe von 25 Prozent von maximal 20.000 Euro nachgewiesener Arbeitskosten hilfreich. Damit könnte der Steuerpflichtige über einen Zeitraum von fünf Jahren jeweils 1.000 Euro, insgesamt also 5.000 Euro, im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung vom Finanzamt erstattet bekommen.
Um im Mietwohnungsbestand Maßnahmen zur energetischen Sanierung anzukurbeln, schlug Loewenstein vor, für private Vermieter den Erhaltungsaufwand auf bis zu 5 Jahre zu verteilen sowie für gewerbliche Vermieter eine erhöhte Abschreibung für energetische Sanierungskosten über einen Zeitraum von 10 Jahren zu ermöglichen.
Den Wohnungsneubau sieht das mittelständische Baugewerbe ohnehin am Boden: Denn nach der Bevölkerungs- und Haushaltsprognose des BBR steigt die Wohnflächennachfrage bis 2020 jährlich um 0,4 % an. Daraus leitet sich ein Neubaubedarf von rund 220.000 Wohneinheiten pro Jahr im Zeitraum 2007 – 2020 ab. Die Zahl der derzeit jährlich fertig gestellten Wohneinheiten liegt jedoch weit unter diesem Bedarf.
Zu den Gründen dafür erklärte Loewenstein: „Das Auslaufen der Eigenheimzulage in 2006 hat zu dem dramatischen Rückgang im Wohnungsneubau maßgeblich beigetragen. Die ab 2008 neu installierte Förderung nach dem Wohn-Riester hat bislang keinen adäquaten Ersatz geliefert. Das hatten wir auch nicht anders erwartet. Darüber hinaus ist der stark konjunkturell geprägte Mietwohnungsbau derzeit für Investoren nicht attraktiv genug. Die steuerlichen Prämissen müssen daher dringend wieder verbessert werden.“
Sein Vorschlag daher: die Förderung nach Wohn-Riester auszubauen. „Wir präferieren ein Optionsmodell, nach dem Eigenkapitalanteile wie Tilgungsleistungen für Fremdkapital noch in der gleichen Periode steuerlich abgesetzt werden können. Die Steuerentlastung soll unabhängig vom persönlichen Einkommen 40 % der Eigenkapitalanteile und Tilgungsleistungen betragen. Die monatliche Steuerlast wird mit 3 % jährlich verzinst und spätestens nach 25 Jahren mit 30 % nachgelagert besteuert.“
Diese Steuerstundung bewirkt eine Entlastung junger Familien, die einen Haushalt gründen und Wohneigentum erlangen möchten. Die Steuerschuld im Alter liegt deutlich unterhalb üblicher Mieten. Der Staatshaushalt wird per Saldo nicht belastet und fördert mit der Stundung aber Investitionen zur Altersvorsorge.
Im Mietwohnungsneubau sollte die Afa in den ersten acht Jahren von 2 % auf 4 % erhöht werden. Sie kann auf 8 % in den ersten acht Jahren verdoppelt werden, wenn der Energieverbrauch die Referenzwerte der jeweils gültigen Energieeinsprarverordnungen unterschreitet.
„All diese Maßnahmen zielen darauf, private Investitionen in Milliardenhöhe durch einen vergleichsweise geringen Mitteleinsatz auszulösen. Zusammengefasst heißt das: Wir halten ein ergänzendes Konjunkturpaket Wohnungsbau für erforderlich. Die Bauwirtschaft war in der Vergangenheit immer eine Konjunkturlokomotive. Wenn man diese kräftig anheizt, wird sie die Konjunktur wieder in Gang setzen.“ So Loewenstein abschließend.
Quelle:
Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V.