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22.02.2008
52. BetonTage mit neuem Besucherrekord
Mehr als 2.100 Teilnehmer aus 21 Nationen diskutieren die baulichen „Lösungen für morgen“
Es ist der mit Abstand größte Fachkongress der Branche und jeder, der sich über Innovationen und Marktpotenziale des Baustoffs Beton informieren möchte, muss bei den BetonTagen einfach dabei sein. Die mehr als 2.100 Besucher erlebten die drangvolle Enge des Kongresszentrums Edwin-Scharff-Haus, nahezu 100 Referenten in insgesamt 13 Fachpodien, dazu Spitzenvertreter aus Gesellschaft, Bauwirtschaft, Forschung und Architektur sowie eine hochgradig zielgruppengenaue Fachausstellung mit über 140 Dienstleistern der Branche.
Herausforderungen der Zukunft meistern
Beim traditionell gesellschaftspolitischen Thema des Eröffnungsredners handelten die Veranstalter nach der Devise „warum in die Ferne schweifen, ...“ und wagten mit Deutschlands renommiertestem Hirn- und Lernforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer vom Universitätsklinikum Ulm einen ganz anderen Ausblick auf die Zukunft. Spitzer stellte die Frage, ob das menschliche Gehirn überhaupt für die Herausforderungen der Zukunft geeignet sei und bot spannende Einblicke im Zusammenspiel medizinischer und psychologischer Faktoren.
Dass die Bauwirtschaft noch erhebliche Innovationspotenziale besitzt, zeigte der Vortrag von Prof. Manfred Nußbaumer. Der Vizepräsident Technik des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie räumte mit dem Vorurteil auf, dass die Branche im Innovationstempo zurückgefallen sei und orientierte sich am technisch Machbaren, ohne visionäre Aspekte aus den Augen zu verlieren.
Nachhaltiges Bauen als Maxime
Mehrere Referenten aus Forschung und Praxis stellten die Nachhaltigkeit des Bauens mit Beton in den Mittelpunkt ihrer Präsentationen. So leiten sich nicht nur aus der Langlebigkeit, den guten Wärmespeichereigenschaften oder den geringen Umweltbelastungen während des Betriebs Vorteile des Baustoffs ab, durch neue Funktionalitäten können Betonbauteile oder -pflastersteine selbst Luftschadstoffe abbauen, was neue Perspektiven in der Debatte um die ökologische Vorteilhaftigkeit von Baustoffen bringen kann. „Beton wird durch innovative Technologien immer mehr zum „Smart Material“, das nicht nur als sehr schlank, hochfest und sicher auftritt, sondern auch mit Mehrwerteigenschaften Wettbewerbsvorteile für private und gewerbliche Bauherren schaffen kann,“ so Prof. Dr. Hans-Joachim Walther, der Leiter des Technischen Fachprogramms.
Zuwachs in der Kernzielgruppe
Die Hersteller aus der Beton- und Fertigteilindustrie sowie aus der verwandten Baustoffbranche – Zement, Zuschlagsindustrie, Transportbeton – haben in diesem Jahr zahlenmäßig zugenommen. „Dies unterstreicht den Charakter als zentrale Weiterbildungsveranstaltung für das technisch qualifizierte Personal aus den Betrieben,“ so Ulrich Lotz, verantwortlicher Veranstalter der BetonTage. „Wir sind uns jedoch auch bewusst, dass die Marktpartner aus der Baustoffbranche nirgendwo eine so große Zahl aktueller und potenzieller Kunden treffen wie hier.“ Einen Zuwachs vermeldeten die Veranstalter auch bei der Nachfrage nach betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Themen, denen am ersten Tag ein spezielles Podium gewidmet war.
Informations- und Kommunikationsplattform für Marktpartner
Um die Vorteile des Baustoffs Beton im Allgemeinen und der Vorfertigung im Besonderen ausschöpfen zu können, bedarf es der Vernetzung aller am Bau Beteiligten. Seit einigen Jahren nutzen zahlreiche Tragwerksplaner aus Ingenieurbüros die BetonTage für ihre qualifizierte Weiterbildung. Aus Branchensicht stellt dies einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Qualität in der Bauplanung und im fachgerechten Umgang mit Betonbauteilen dar. Ebenfalls gestiegen ist der Teilnehmerkreis aus Bauunternehmen, die in einem speziellen Podium Lösungen für ihre praktischen Anforderungen erhielten.
Starke Resonanz erfuhr erneut das Podium „Beton in der Architektur“, das unter anderem mit international erfahrenen Vertretern wie Prof. Gunter Henn, Oliver Kühn und Prof. Arno Lederer aktuelle Architekturprojekte in Beton vorstellte und welches mehr als 400 Teilnehmer besuchten. Stark frequentiert zeigten sich auch die beiden Tiefbaupodien zu Innovationen bei Beton- und Stahlbetonrohren sowie Kleinkläranlagen aus Beton mit etwa 250 Teilnehmern.
Teilnehmerstruktur mit stark internationaler Prägung
Einen neuen Rekord verzeichneten die Veranstalter auch bei ausländischen Teilnehmern. Aus insgesamt 21 Ländern hatten sich Besucher angemeldet. Etwa 10 Prozent der Teilnehmer nahmen zum Teil weite Wege nach Ulm auf sich, Vertreter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten - eines der größten Betonfertigteilwerke weltweit steht in Dubai - oder China belegten dies. Aber auch zahlreiche Teilnehmer aus mittel- und osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Rumänien oder Tschechien nutzten die Plattform für ihre Weiterbildung und Kontaktpflege. Die Veranstalter boten deshalb ausgewählte Veranstaltungen mit Simultanübersetzung in englischer Sprache an und stellten ausländischen Delegationen die Voraussetzungen für eigene Dolmetscher zur Verfügung.
Nach ihrer Herkunft gespiegelt, zeigte sich der Plattformcharakter des Kongresses deutlich: Etwa 40 Prozent der Teilnehmer entstammten der Kernzielgruppe der Beton- und Fertigteilindustrie sowie der Baustoffbranche, knapp 10 Prozent kamen aus Ingenieurbüros, 15 Prozent aus der Architektur; die Zulieferindustrie der Branche stellte etwa 17 Prozent der Teilnehmer. 10 Prozent der Teilnehmer rekrutierten sich aus Vertretern von Hochschulen, Schulen und der öffentlichen Hand. Die verbleibenden 8 Prozent machten Vertreter von Presse, Verbänden und Serviceorganisationen der Branche aus.
„Aus Branchensicht stellen die BetonTage bei aller fachlichen Prägung auch eine zentrale Lobbyveranstaltung für unseren Baustoff Beton dar,“ so Ulrich Lotz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsche Beton- und Fertigteilindustrie e.V., Bonn. „Dieser Verpflichtung wollen wir uns auch in den nächsten Jahren vermehrt stellen und freuen uns deshalb, dass mittlerweile so viele Partner aus der Branche die Veranstaltung auch als ihre Plattform nutzen.“ So wird es auch bei den 53. BetonTagen, die vom 10. bis 12. Februar 2009 stattfinden, wieder innovative Impulse und „Concrete Solutions“ für die Zukunft des Bauens geben.
Quelle:
FBF Betondienst GmbH