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29.01.2010
Star-Architekt Jahn setzt Zeichen in Düsseldorf
Mit dem exklusiven Büroturm „Sign“ setzt der renommierte Chicagoer Hochhaus-Architekt Helmut Jahn im Düsseldorfer Medienhafen ein Stadtbild prägendes Zeichen. Mit 76 m Höhe überragt die gläserne Gebäudehülle die Weltklassearchitektur der Nachbarbebauung (Foto: Doka).
Ausgeführt wird der Rohbau von der Oberhausener Baugesellschaft Gutehoffnungshütte. Schalungstechnisch verlässt sich GHH BAU in partnerschaftlicher Zusammenarbeit voll und ganz auf die Doka-Schalungstechniker.
Dem Investor, der Frankonia Eurobau Hafen-Office Düsseldorf GmbH, war es wichtig, den schlanken Büroturm so rasch wie möglich in den Himmel wachsen zu sehen und unterstützte jede mögliche Baubeschleunigung. Aufwändige Gründungs- und Abstrebungsarbeiten mit bis zu 18 m langen Bohrpfählen und Schlitzwänden sowie eine Grundwasserabsenkung schienen diesen Plan bei den 5 Untergeschossen und dem einen Zwischengeschoss zu Nichte zu machen.
Oberbauleiter und Chef-Arbeitsvorbreiter Burkhard Ohland von GHH BAU stellte die Grundüberlegungen zur Baustelleneinrichtung und Schalungstechnik auf den Prüfstand und suchte jede nur erdenkliche Rationalisierung. Geschäftsführer Uwe Timmler unterstützt die entwickelten Lösungen in vollem Umfang.
Rationelle Schalungstechnik
Herausgekommen ist dabei in enger Abstimmung mit dem Schalungsunternehmen eine ausgeklügelte Schalungstechnik, mit der sich die Bauzeit der 20 aufgehenden Regelgeschosse von ursprünglich geplanten 12 Tagen pro Geschoss auf lediglich 5 Tage reduzieren ließ. Dazu werden 3 Ebenen Deckenschalung mit je ca. 615 m² vorgehalten. Da die Sicherheit auch auf dieser Baustelle groß geschrieben wird und der Fassadenbauer zeitversetzt mit der Montage beginnen sollte, musste zur Absicherung des Deckenrandes eine Lösung gefunden werden.
Diese Aufgabe erfüllt das Doka-Schutzschild Xclimb 60. Es sichert den Deckenrand der gerade geschalt wird und gleichzeitig die beiden darunter liegenden Geschosse. Eine Abdeckelung in Deckenhöhe auf 2 Ebenen verhindert jegliches Herabfallen von Teilen. Alle Ein- und Ausschalarbeiten konnten völlig windgeschützt und absolut sicher ausgeführt werden. Aufgrund des Grundrisses (Stadionform) mit den einlaufenden Stützenvouten war die Entscheidung richtig die Decken mit der Handschalung Dokaflex herzustellen Im Schutzschild integrierte großflächige Ausfahrbühnen erlauben das einfache, schnelle und ebenfalls sichere Höhersetzen der in den unteren Stockwerken freigewordenen Deckenschalung.
„Diese Ausfahrbühnen sind Gold wert“ – betont Bauleiter Christian Raulf und ist zugleich stolz auf seine Mannschaft: Mit nur 2 Mann und einem Kran sind die 115 lfm Schutzschild-Bühnen, bestehend aus 23 Einheiten, in einer knappen Schicht in die nächste Etage gehoben. Und wenn der Kran mal nicht frei ist, funktioniert das Hochsetzen des Windschildes vollkommen kranunabhängig auch hydraulisch.
Alle Schutzschild-Einheiten wurden vormontiert und teilweise nachts per Sondertransport zur Baustelle geliefert. So ging es direkt ohne Zeitverzug ab dem 2. Regelgeschoss im 5-Tages-Takt jeweils um 3,50 m sicher in die Höhe. Die Umstellung von Stabstahl auf Listenmatten brachte eine weitere Beschleunigung des Bauablaufs. Schließlich sind 2.200 t Stahl, davon 600 t alleine in der Bodenplatte, fachgerecht zu verlegen.
Auch bei dem aussteifenden Stahlbeton-Erschließungsturm und den beiden vorgelagerten Treppenhäusern mit Stahlverbundstützen in Sichtbeton SB 3 wurde Tempo gemacht. Die Wandscheiben klettern auf Kletterkonsolen jeweils um 2 Etagen voraus und entflechten den Bauablauf erheblich. Der Kern im Gebäudeinneren erfordert auf der Flurseite Sichtbeton. Die hierfür benutzte Trägerschalung wurde fertig montiert angeliefert und die Schalhaut für ein überzeugendes Betonbild von hinten verschraubt.
Stahlbetonstützen in nicht alltäglicher Form
Je Regelgeschoss sind 15 Stahlbetonstützen, ebenfalls in Sichtbeton, in den Abmessungen 50 x70 cm herzustellen. Die Besonderheit: Zum Gebäudeinneren hin haben sie eine 2,88 m ausladende Konsole, die sich von 50 auf 10 cm verjüngt. Diese Herausforderung wird mit einer Rahmenschalung als Wandscheibe mit Einlegekästen ausgeführt. Selbst in Spitzenzeiten sind für ein solches Bauvolumen lediglich 30 Einschaler, Eisenflechter und Elektriker auf der Baustelle und arbeiten in 2 Schichten.
Geschosse: 5 Untergeschosse
1 Zwischengeschoss
20 Obergeschosse
Geschossfläche: 600 m²
Bauwerkshöhe: 76 m
Baukosten: 10,5 Mio. Euro Rohbaukosten
79,0 Mio. Euro Gesamtkosten
Schalungsvorhaltung: 1.300 m² Xclimb 60
1.850 m² Deckenschalung
390 m² Kernschalung
250 m² Stützenschalung
Betonbedarf: 14.000 m³ (bis zu C45/55)
Bewehrungsstahl: 2.200 t
Bauausführung: Gutehoffnungshütte Baugesellschaft mbH, Oberhausen
Schalungsberatung: Doka NL Düsseldorf