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05.11.2010

Perfekte Schalung für farbigen Sichtbeton

Eine rundum geschlossene Einhausung bringt absolute Sicherheit beim Bau des schlanken Erschließungsturms. Foto: Doka

Schlanker Erschließungsturm für Zeche Nordstern, Gelsenkirchen

Das Kulturhauptstadtjahr 2010 in Gelsenkirchen hat die traditionsreiche Industriearchitektur des Ruhrgebiets besonders in den Fokus gerückt. Zahlreiche Industriedenkmäler, so auch die Zeche Nordstern in Gelsenkirchen, putzen sich richtig heraus.

Der denkmalgeschützte Förderturm II des alten Zechengebäudes entstand in den 50er-Jahren nach Plänen des Industriearchitekten Fritz Schupp. Er wird im Rahmen dieses Projektes ertüchtigt und mit einem 4-geschossigen gläsernen Kubus aufgestockt. Direkt daneben entsteht ein schlanker Erschließungsturm in dunklem Sichtbeton. Er wird künftig eine 18 m hohe „Herkules“-Skulptur tragen und zu einem Gesamtkunstwerk ausgebaut.

Alte Zeche in neuem Glanz

Das Bestandsgebäude ist eine seltene Turmförderanlage. Bei dieser Konstruktion befindet sich die elektrisch angetriebene Fördermaschine nicht neben dem Schacht, sondern im Kopf des Gebäudes. Damit ist das klassische Wahrzeichen einer Zeche – der Förderturm mit Seilscheiben – nicht direkt zu sehen. Im Turmkopf in den Ebenen 9 und 11 beeindrucken die gewaltige Umlenkrolle und eine einzigartige Fördermaschine, die nach der Umbaumaßnahme auch wieder zu besichtigen sein werden. Darüber hinaus wird es künftig wechselnde Ausstellungen und eine Video-Kunstsammlung geben.

Der öffentliche Zugang sowohl zu den Bestands- als auch den Neubauetagen erfolgt über den in Ortbeton auszuführenden äußeren Erschließungsturm. Er steht in einem Abstand von lediglich 2,74 m zur alten Bausubstanz aus Ziegelstein und nimmt mit seinem durchgefärbten Sichtbeton Bezug auf die filigrane und industrielle Bauweise des Zechengebäudes. Die Konstruktion mit offener Fluchttreppe und Doppel-Aufzug unterstreicht den Industriecharakter des Zechen-Ensembles.

Gute geplant ist halb gebaut


Herzustellen ist ein 86,00 m hoher freistehender Turm mit einem rechteckigen Grundriss von 13,40 m x 4,60 m und einer umlaufenden Wandstärke von 45 bzw. 35 cm. Dabei ist makelloser, anthrazitfarbiger Sichtbeton abzuliefern  in Klasse SB 4 und zusätzlich scharfkantig. Insgesamt 20 Betonierabschnitte sind geplant, mit Abschnittshöhen zwischen 2,50 m und 4,80 m.

Zusätzliche Herausforderung: Insgesamt 568 nahezu geschosshohe, lediglich 20 bzw. 30 cm breite Lichtöffnungen auf drei Seiten der Fassade. Gemeinsam mit Doka fand man für diese Riegel-Pfosten-Konstruktion mit der Doka-Trägerschalung Top 50 in Kombination mit Selbstkletterschalung SKE50 plus die passende Schalungslösung.

Insgesamt 568 nahezu geschosshohe, lediglich 20 bzw. 30 cm breite Lichtöffnungen befinden sich an drei Seiten der Fassade. Foto: Doka

Präzise Schalung für beste Ergebnisse

Rund 550 m² Top 50-Mietschalung montierte der Doka-Fertigservice der Niederlassung Düsseldorf und lieferte die ersten Elemente Anfang April 2010 auf die Baustelle. Die 5,00 m hohen Schalelemente sind auf einen Frischbetondruck von 50 kN dimensioniert und kommen mit lediglich 0,4 Anker/m² aus. Zudem wurden die Anker so eingeplant, dass sie innerhalb der Aussparungskästen der Lichtöffnungen verlaufen und daher nicht einmal Hüllrohre benötigen.

Als Schalhaut dient eine auf Sparschalung aufgelegte, von hinten verschraubte glatte XXL-Schalungsplatte von Westag. Da bei einer so filigranen Ortbetonkonstruktion die Verwendung von Innenrüttlern praktisch nicht möglich ist, sind an den Schalungselementen Wacker- Außenvibratoren mit Spannklammern SV 41 angebracht. Für eine perfekte Oberfläche wird der Beton wenige Minuten nach der Betonage mit viel Fingerspitzengefühl kurz nachverdichtet.

Hohe Sicherheit durch Selbstklettertechnik


Um die 20 Etagen termingerecht zu erstellen, entschied sich die Baustelle für den Einsatz einer selbstkletternden Schalung. So ist der Kran für andere wichtige Aufgaben frei und die Schalung klettert bei Wind und Wetter im Wochentakt termingerecht und absolut sicher nach oben. Möglich macht dies die Doka-Selbstkletterschalung SKE50 plus.

Bauausführung:    Peter Holthausen GmbH & Co. KG, Düsseldorf
Schalungsberatung:    Doka NL Düsseldorf


Quelle: Deutsche Doka Schalungstechnik GmbH


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