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01.12.2010

Neubau Massetalbrücke

(Foto: RöRo Traggerüstsysteme)

Brückenbogen entsteht auf fast 70 Meter hohem Traggerüst

Ein raffiniertes statisches Zusammenwirken von Traggerüst und entstehendem
Stahlbeton-Bogen ermöglicht beim Neubau einer Eisenbahn-Bogenbrücke die Verwendung
eines bodengestützten Traggerüstes, dessen Mittelturm ohne jede zusätzliche Abspannung bis auf fast 70 Meter Höhe reicht. Das ausgefeilte Konzept entstand unter Mitwirkung von RöRo Traggerüstsysteme. Das Unternehmen hat das Traggerüst entwickelt, eine prüffähige Statik erstellt, das benötigte Material bereitgestellt und die Montage übernommen.

Im Zuge des Baus der Eisenbahn-Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt (VDE 8.1) entsteht in der südthüringischen Gemeinde Katzhütte seit 2009 die 385 Meter lange Massetalbrücke. Ihr Stahlbetonbogen (Stützweite: 165 Meter) hat einen Hohlkastenquerschnitt, den die Bautzener Hentschke Bau GmbH derzeit mit Hilfe eines bodengestützen Traggerüstes von beiden Kämpfern aus abschnittweise in symmetrischen Takten – Bodenplatte vorauseilend – schalt und betoniert. So sieht es das mit den Traggerüstexperten von RöRo entwickelte Konzept vor. Denn das minimalistisch anmutende Gerüst aus fünf jeweils achtstieligen Gerüsttürmen sowie zwei Stützjochen an den beiden Kämpfern bezieht einen Teil seiner Aussteifung aus den fertiggestellten Teilen des Bogens. Vereinfacht gesprochen: Je weiter die Bogenherstellung voranschreitet, desto mehr Belastung kann das Traggerüst aufnehmen.
Dipl.-Ing. Thomas Kretzschmar, Niederlassungsleiter der RöRo Traggerüstsysteme am Standort Leipzig, hat das statische Konzept des Traggerüstes federführend entwickelt, die anschließende detailgenaue Ausarbeitung erfolgte durch die technische Abteilung in München. Kretzschmar: „Der Stahlbetonbogen ist auf beiden Brückenseiten im Kämpfer unten eingespannt und wirkt wie ein Kragarm. Nach unten wird er vom Traggerüst gestützt und seitlich ist er als Hohlkastenquerschnitt so steif, dass er sich selbst und das Traggerüst stabilisiert.“ Dank dieses raffinierten statischen Zusammenspiels kann selbst der nahezu 70 Meter hohe Mittelturm (9 x 7 Meter Grundriss) alle auftretenden Stabilisierungs- und Betonlasten aufnehmen.

Rund 26 Meter vom Mittelturm entfernt steht auf beiden Seiten ein ca. 50 Meter hoher Gerüstturm mit einem Grundriss von 7 x 7 Meter. Knapp 17 Meter weiter folgt auf beiden Seiten ein etwa 25 Meter hoher Turm, dessen Basis 6 x 7 Meter beträgt. An den beiden Kämpfern endet das Traggerüst mit jeweils einem ca 4 Meter hohen Stützjoch aus der neuartigen RöRo-Schwerlaststütze S 150. Alle fünf Gerüsttürme bestehen aus dem Schwerlaststützen-System S 250. Basis hierfür sind in diesem Fall 12 Meter lange HEB 360-Stahlprofile. Die sorgfältig bearbeiteten Profile besitzen sogenannte
geschlichtete Kopfplattenstöße, die sich durch eine besondere Planheit auszeichnen. Aus diesen Stützen und weiteren aussteifenden Elementen wurden auf der Baustelle die Gerüsttürme in die Höhe gebaut. Jeder Stiel ist in Abhängigkeit von der Knicklänge für ca. 1.800 kN bemessen, so dass pro Joch eine Lastaufnahme von 7.200 kN möglich ist. Am oberen Ende der Tragkonstruktion, sprich direkt unterhalb des zu erstellenden Stahlbetonbogens besteht die Traggerüstkonstruktion aus miteinander und mit den Gerüsttürmen verbundenen Längsträgern HEB 800 und Gitterträgern (Rüstbinder H33). Die von RöRo vorgegebene Fundamentierung der Gerüsttürme hatte die Baustelle übernommen.

Quelle:
RöRo Traggerüstsysteme
über Presseabteilung ThyssenKrupp Services AG

 


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