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08.02.2012

Modernes Regenwassermanagement für Frankfurter Gewerbegebiet in FBS-Qualität

Individuelle Lösung von Finger

Vollständig versetzte Zisternenanlage. Foto: Finger Beton GmbH

Eine Zisternengroßanlage und ein Stauraumkanal waren die wichtigsten Bestandteile bei der Umsetzung eines dezentralen Regenwasserbewirtschaftungskonzeptes im Gewerbegebiet "Am Martinszehnten" im Frankfurter Stadtteil Kalbach. Entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, nach denen das anfallende nicht behandlungsbedürftige Niederschlagswasser ortsnah zu sammeln und zur definierten Ableitung zu bringen ist, wurde bei der flächenmäßigen Erweiterung eines Gartencenters eine Kombination aus Regenwassernutzung und Regenwasserrückhaltung realisiert. Die für die Regenwassernutzung konzipierten monolithischen Großzisternen vom Typ Jumbo sowie die Einzelteile des Stauraumkanals inklusive der Tangentialschächte wurden bei der Finger Beton GmbH & Co. KG entsprechend der erhöhten Anforderungen der Qualitätsrichtlinie der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V. (FBS) gefertigt. Die Herstellung und der Zusammenbau von weiteren wichtigen Bauteilen wie einem Filterschacht und einem Drosselschacht erfolgten bei der Finger Baustoffe GmbH in Fronhausen. Mit dieser auf den Bauherrn angepassten individuellen und kostengünstige Lösung trug das FBS-Mitglied dazu bei, dass die von der Gebr. Hofmann Hoch-, Tief- und Stahlbetonbau GmbH ausgeführten Bauarbeiten zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten durchgeführt werden konnten.

Jumbo-Zisterne beim Versetzen. Foto: Finger Beton GmbH

"Bei der Erschließung von Baugebieten wird man sich in Zukunft immer häufiger der Heraus-forderung stellen müssen, dass der vorhandene Kanal oder der Vorfluter das zusätzlich anfallende Niederschlagswasser nicht mehr aufnehmen kann", erklärt Dipl.-Ing. (FH) Mania Siggelkow, Objektplanung Regenwasserbewirtschaftung, Finger Baustoffe GmbH. "Aber auch die neue Rechtslage durch Inkrafttreten der Neufassung des Wasserhaushaltsgesetzes am 1. März 2010 wird die künftige Entwässerungsplanung beeinflussen. Größtenteils haben die Kommunen bereits im Bebauungsplan vorgegeben, wie das Regenwasser zu bewirtschaften ist." Diese Rahmenbedingungen galt es bei der Erweiterung einer Gewerbefläche im Frankfurter Stadtteil Kalbach planerisch umzusetzen. Der Ortsteil, der nur wenige Kilometer nördlich der Frankfurter Innenstadt liegt, verfügt mit dem rund 87 ha großen Gelände "Am Martinszehnten" über ein Gewerbegebiet mit hervorragender infrastruktureller Anbindung an den Großraum Frankfurt. Die Entwicklung des Areals erfolgte ab 2003 in mehreren aufeinanderfolgenden Bauabschnitten. Treuhänderisch für die Stadt Frankfurt am Main führte die FAAG Frankfurter Aufbau AG Grundstücksankauf, -erschließung und -verkauf durch.

5-strängig angelegter StauraumkanVoal mit Tangentialschächten. Foto: Gebr. Hofmann GmbH

Auflagen für Erweiterung
Am Standort sind heute unterschiedliche Gewerbetreibende ansässig, die im Bereich produ-zierendes Gewerbe, Handel, Handwerk und Dienstleistungen tätig sind. So unter anderem auch ein Garten-Center, das sich bei der unlängst erfolgten Erweiterung des Betriebsgeländes bei der Konzeption einer eigenen dezentralen Regenwasserbewirtschaftung an den spezifischen behördlichen Vorgaben orientieren musste. "Weil der hohe Lößanteil des dortigen Untergrundes eine Versickerung nicht zulässt, legte die zuständige Behörde im Bebauungsplan fest, "dass das anfallende nicht behandlungsbedürftige Niederschlagswasser durch geeignete Regenwasserbewirtschaftungsanlagen – zum Beispiel Mulden, Retentionszisternen oder Becken zu sammeln und/oder zur gedrosselten Ableitung zu bringen sind", so Siggelkow weiter. Als maximale Regenabflussmenge wurde für jeden Quadratmeter überbaute oder befestigte Grundstücksfläche eine Abflussspende von 10 l/(s·ha) vorgegeben. Die so konzipierte Regenwasserbewirtschaftung soll sicherstellen, dass der Oberflächenabfluss des Gewerbegebietes dem natürlichen Abflussverhalten einer unversiegelten Fläche entspricht. Entsprechend dieser Vorgaben entschied sich der Auftraggeber für die Planung einer Kombination aus Regenwassernutzung und Regenwasserrückhaltung.

Filterschacht mit fertig eingebauter Filtersäule. Foto: Finger Beton GmbH

Mechanisch gereinigt und gespeichert
"Das auf den Dachflächen des Hallenneubaus sowie der bestehenden Markthalle als Niederschlag anfallende Wasser, wird zuerst mit Hilfe eines Filterschachts gereinigt" erläutert Karl-Heinrich Hofman, Geschäftsführer des ausführenden Unternehmens das Konzept. "Zu diesem Zweck ist der Schacht mit einer Filtersäule ausgestattet, die mit Edelstahl-Spaltsiebelementen bestückt ist und Feinstoffe bis auf eine Korngröße von 0,6 mm zurückhält. Anschließend wird das gereinigte Wasser in einer Zisternengroßanlage mit einem Gesamtvolumen von 75 m³ gespeichert." Diese wurde als Mehrbehälteranlage ausgelegt und besteht aus drei miteinander verbundenen ovalen monolithischen Behältern – Finger-Zisternen Typ Jumbo – mit jeweils einem Nennvolumen von 25 m³. Das in der Zisternenanlage gesammelte Regenwasser stellt die Bewässerung der Pflanzen des Gartencenters sicher. Für Gärtnereien bietet sich Regenwassernutzung auf ideale Weise an, denn der Härtegrad des Wassers liegt bei 0 und der leicht saure pH-Wert von 5,8 entspricht den natürlichen Wachstumskriterien der Pflanzen und lässt sie optimal gedeihen. Als zusätzlicher wirtschaftlicher Vorteil erweist sich die daraus resultierende deutliche Reduzierung der Frischwasserkosten.

Drosselschacht mit vertikalem Wirbelventil im Ablauf. Foto: Finger Beton GmbH

Fünf Stränge als Stauraum
In einer weiteren Maßnahme wurde das über Straßenabläufe gesammelte Oberflächenwasser der Verkehrsflächen einem Stauraumkanal zugeführt, an den auch der Überlauf der Zisternenanlage angeschlossen wurde. "Die Größe des Rückhaltevolumen des Stauraumkanals wurde an Hand der Vorgaben des Arbeitsblattes DWA-A 117 "Bemessung von Regenrückhalteräumen" ausgelegt, um stärkere Regenereignisse zurückzuhalten und gedrosselt in den Kanal abzugeben und dadurch eine hydraulische Überlastung des Entwässerungsnetzes durch das Neubaugebiet zu vermeiden", so Hofmann weiter. Der Stauraumkanal besitzt eine Gesamtlänge von 150 m mit einem Rückhaltevolumen von insgesamt 170 m³. Er wurde mit FBS-Stahlbetonrohren mit einem lichten Durchmesser von 1,20 m ausgelegt und in fünf parallele Stränge von jeweils 30 m aufgeteilt. "Für die problemlose Revisionierbarkeit und Zugänglichkeit für Wartung und Inspektion der einzelnen Stränge sorgen seitlich aufsitzende Tangentialschächte", erläutert Siggelkow. "Auf der Ablaufseite des Stauraumkanals befindet sich ein Drosselschacht, in dem ein vertikales Wirbelventil den Ablauf der zurückgehaltenen Wassermenge mit einem konstanten geregelten Drosselabfluss von 7 l/s in den Regenwasserkanal sicherstellt."

Die Finger-Gruppe bietet für jede Anforderung im Bereich der Regenwasserbewirtschaftung individuelle und kostengünstige Lösung. Der wesentliche Vorteil von Betonfertigteilen liegt insbesondere bei der witterungsunabhängigen Produktion in eigenen Hallen und den kurzen Einbauzeiten auf der Baustelle, wodurch sich die Kosten der Baustellenhaltung deutlich ver-ringern. Dementsprechend zogen auch die Beteiligten nach Abschluss der Baumaßnahmen ein positives Fazit in Bezug auf die logistische Leistung und die Qualität der gelieferten Produkte.

Quelle: FBS - Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V.

 


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