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28.02.2011

Glückaufhaus in Essen - Geschichte trifft Moderne



Der rund 300 Quadratmeter große innerstädtische Platz vor dem Haupteingang des Glückaufhaus wird durch die Oberflächenoptik des Betonstein-Pflasters „La Linia“ von Stein+Design geprägt. Lichtbänder führen in der Dunkelheit quasi den Weg und werten gleichzeitig den öffentlichen Stadtraum auf.

Kontrastreiche Gestaltung der Außenflächen mit Betonstein-Pflaster von Stein+Design

Eines der wohl attraktivsten Bürohäuser Nordrhein-Westfalens ist das Glückaufhaus in Essen. Anfang der 20er Jahre nach Plänen des Planungsdezernenten Ernst Bode erbaut, war es lange Zeit ein Wahrzeichen für den industriellen Wandel in der Stadt.

Im Jahre 2004 erwarb das Essener Immobilienunternehmen Kölbl Kruse GmbH das Glückaufhaus und beauftragte das Hagener Architekturbüro Bahl + Partner Architekten mit einem Neuentwurf des Gebäudes. Von Anfang an haben die Architekten den Außenraum vor der expressionistischen Eingangshalle sowie den Innenhof in ihren Planungsprozess einbezogen. In enger Zusammenarbeit zwischen den Hochbauarchitekten und dem mit der Gestaltung der Freiflächen beauftragten Büro BSS Garten- und Landschaftsarchitekten, Mettmann, entstand ein Entwurf, der die Flächen auf die Besonderheiten des Gebäudes abstimmt und sie so mit ihm eine optisch harmonische Einheit bilden.

Nahtlose Fortsetzung von Innen- und Außenflächen

Der rund 300 Quadratmeter große innerstädtische Platz vor dem Haupteingang wird durch die Oberflächenoptik des Betonstein-Pflasters „La Linia“ von Stein+Design geprägt. Die Pflastersteine im Format 60 x 40 x 14 cm nehmen die sandbeige Farbe des Gebäudesockels auf und schaffen eine nahtlose Fortsetzung der ebenfalls mit großformatigen, hellen Platten ges-talteten Eingangshalle. Im Raster der Fassadenpfeiler eingelegte Licht- und Natursteinbänder strukturieren die Fläche und schaffen zusätzlich eine Ver-bindung zum Gebäude. „Indem sie quasi den Weg zu ihm führen, verstärken sie den Eindruck der Einheit und werten dabei gleichzeitig den öffentlichen Stadtraum auf“, beschreibt Landschaftsarchitekt Martin Straßen das gestalterische Konzept. Die Natürlichkeit und zeitlose Schönheit der Betonsteine leistet einen wertvollen Beitrag dazu, den besonderen Charakter der Architektur zu unterstreichen und stellt in der Materialität eine Kontinuität dar. „Wir wollten einen Stein mit lebendiger Oberfläche, der sich der historischen Fassade anpasst und gleichzeitig etwas Neues schafft“, erklärt Architekt Jürgen Bahl vom Büro Bahl + Partner Architekten.

La Linia ist ein moderner Klassiker unter den Pflastersystemen. Der Betonstein enthält einen hohen Anteil von Natursteinedelsplitten, die durch Feinstrahl-Technik an der Steinoberfläche freigelegt werden. Dadurch entsteht ein homogenes und weiches Oberflächenbild mit klarer Struktur. Doch auch in funktionaler Hinsicht erfüllt das Pflaster die Anforderungen, die an eine Außenfläche gestellt werden: „Bei stark frequentierten öffentlichen Plätzen geht es niemals nur um die Ästhetik, sondern stets auch um Funktionalität, Robustheit und natürlich auch um die Sicherheit“, so der Architekt. Dieses Betonstein-Pflaster bietet im Hinblick auf seine Strapazierfähigkeit und Farbbeständigkeit überzeugende Vorteile, dass es auch nach Jahren seinen natürlichen Charakter behält. Das von Stein+Design exklusiv entwickelte CleanTop-System veredelt und schützt dauerhaft die Oberfläche der Steine.



Die Bepflanzung lockert die Fläche aus dem streng begrenzten Quadrat des Innenhofes in den Park hinein immer weiter auf.

Betonstein ist Gestaltung

Bei der Innenhofgestaltung stand die gewollte Verzahnung mit dem alten Stadtteilpark im Fokus: „Unser Planungsziel war es, einen fließenden Übergang der Landschaft in den umbauten, begrenzten Raum des Innenhofes zu schaffen“, so Landschaftsarchitekt Martin Straßen. Mit ihrem markanten Ausmaß von 100 x 100 x 8 cm und ihrem reduzierten Fugenanteilen verdichten sich die Steinplatten „Umbriano“ - ebenfalls von  Stein+Design - aus dem Park in den Innenhof bis hin zu einer geschlossenen Fläche, der Terrasse. Im Gegenzug lockert die Pflanzung aus dem streng begrenzten Quadrat des Innenhofes in den Park hinein immer weiter auf, bis sie sich in der Wiesenfläche der Landschaft gänzlich auflöst. „Der Betrachter wird den Übergang zwischen öffentlichem Park und privatem Garten nicht sehen und nicht spüren“, sagt Landschaftsarchitekt Straßen. So wird ein Gefühl der weitläufigen Bewegungsfreiheit vermittelt und dennoch eine Begrenzung geschaffen. Bei der Steinfarbe wurde bewusst auf Gelb- oder Rottöne verzichtet, um so die Vegetation hervorzuheben, statt sie zu stören. „Wir haben in dem Innenhof einen spannenden Wechsel zwischen granit-grauweißem Plattenraster, grünen Beeten und Wassersteinen realisiert“, erklärt der Partner des Büro BSS Garten- und Landschaftsarchitekten.

Das strenge Format und die kühle, sachliche Oberfläche der Steinplatten übernehmen die Strenge der Architektur und transportieren sie in den Freiraum. Aus der geschlossenen Fläche heraus entwickeln sich Inseln und kleine Gruppen bis hin zu Trittsteinen, welche sich für die Landschaftsarchitekten „nur mit dem Material von Stein+Design in dieser Deutlichkeit realisieren lassen“. Lediglich durch die Stellung der Bäume und die Installation der Wassertische wird die Verzahnung zwischen Stadtpark und Innenhof unterbrochen. „Die Elemente bringen die dritte Dimension in diesen Raum und machen Proportionen und Tiefe deutlich“, beschreibt Martin Straßen das Gestaltungsprinzip. Für ihn sind Innenhof und Park bereits jetzt ein großartiger Raum: „Er wird sich in der Zukunft zu einem landschaftsarchitektonischen Muster entwickeln, das für innerstädtische Projekte vorbildlich sein wird“, so Straßen.

Die großformatigen „Umbriano“-Elemente geben der Fläche ein elegantes, ruhiges Gesamtbild mit klaren Linien. Jeder Stein zeigt eine eigene Maserung und ist unikatär. Das von Stein+Design eigens für „Umbriano“ entwickelte und international patentierte Herstellungsverfahren ist einzigartig. Die individuelle Maserung in Verbindung mit der ungefasten Kantenausbildung verleiht diesem Pflaster einen eleganten und zugleich natürlichen Charakter. Ebenfalls mit dem CleanTop-Oberflächenschutz ausgestattet, wird der Boden den besonderen Anforderungen des Gastronomiebetriebs gerecht, ist unempfindlicher gegen Verschmutzungen und lässt sich durch die geschützte Oberfläche leichter reinigen.

„Unser Gestaltungskonzept ging über das Gebäude hinaus und hat auch die angrenzenden Außenflächenumgebenden mit einbezogen“. Stilvoll und funktional ließ es sich mit den „Betonstein-Platten von Stein+Design im Au-ßenbereich abrunden, denn sie bieten eine einzigartig lebendige Oberfläche“, sind sich Architekt Jürgen Bahl und Landschaftsarchitekt Martin Straßen einig, und so seien aus dem Zusammenspiel von Architektur und Umfeld, von Oberfläche und Farbe attraktive Kompositionen einer öffentlichen Freiraumgestaltung entstanden.

Fotos: Stein+Design

Bautafel

Objekt: Glückaufhaus, Essen
Auftraggeber: Kölbl Kruse GmbH, Essen
Architekten:
Bahl + Partner Architekten BDA, Hagen
Landschaftsarchitektur: BSS Garten- und Landschaftsarchitekten, Mettmann
Betonwerksteinplatten und Pflasterbeläge: Stein+Design
Verarbeiter: Jakob Leonhards Söhne GmbH & Co., Wuppertal

Quelle: Stein+Design GmbH & Co. KG


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