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12.10.2011

Flughafen Berlin Brandenburg

Bis zu zwei Züge Zement täglich für den neuen Hauptstadt Airport
Enge Zusammenarbeit zwischen Becker Bau und Dyckerhoff



Es ist eines der größten im Bau befindlichen Verkehrsinfrastrukturprojekte Deutschlands und die zurzeit größte Flughafenbaustelle Europas: Der Flughafen Berlin Brandenburg – künftig abgekürzt mit „BER“ (bis 2009 lautete das Kürzel BBI – Berlin Brandenburg International). Ab Juli 2012 wird der gesamte Flugverkehr der Hauptstadt auf den neuen Airport im Südosten Berlins konzentriert sein. Um bis zu 11.000 Kubikmeter Beton täglich zu produzieren zu können, entstand vor Ort Europas modernstes Transportbetonwerk der Becker Bau GmbH, Bornhöved, einer Tochtergesellschaft der Kölner STRABAG AG. Der hierbei benötigte Zement wird täglich vom Dyckerhoff Zementwerk Deuna/Thüringen per Bahn auf die Baustelle geliefert – in enger Zusammenarbeit mit Becker Bau.      

Das Konzept des neuen Airports, der mit 14,7 Mio. m² so groß wie 2.000 Fußballfelder sein wird, sieht einen modernen Flughafen mit kurzen Wegen vor: Das Terminal liegt zwischen den beiden parallel angelegten Start- und Landebahnen, die teilweise von der STRABAG AG errichtet werden. Für den dann drittgrößten deutschen Flughafen, den zukünftigen „Willy Brandt Airport“, ist 2012 eine Startkapazität von bis zu 27 Millionen Passagieren pro Jahr vorgesehen. Bei Bedarf kann die Kapazität in Modulen schrittweise auf bis zu 45 Millionen Passagiere ausgebaut und damit nahezu verdoppelt werden.

Der Startschuss für die Bauarbeiten fiel im September 2006. Seitdem prägten über 30 Hochbaukräne und eine ganze Flotte von Baumaschinen aller Art das Bild dieses Infrastrukturprojekts der Superlative. Besonders beeindruckend und gewaltig waren von Beginn an die Dimensionen, in denen der Baustoff Beton zum Einsatz kam. Insgesamt mussten und müssen für Start- und Landebahnen, Rollfelder, Terminal, unterirdischen ICE-Bahnhof, Bahntunnel, Verwaltungs- und Nebengebäude, Autobahnzubringer sowie Straßenanbindung rund 4,8 Millionen Tonnen Beton hergestellt werden. Entsprechend groß auch der Bedarf an Zement, Gesteinen und Zuschlagsstoffen.

Logistische Herausforderung

"Dyckerhoff-Zement verbindet" ... so lautet der Werbeslogan, der seit März 2009 den Taurus, eine Hochleistungs-E-Lok der Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP) ziert. Seit dieser Zeit pendelt der Zug zwischen dem Dyckerhoff-Zementwerk Deuna in Thüringen und der Großbaustelle des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg. Bis zu zwei Ganzzüge mit ca. 3.000 t Zement konnten und können mit diesem umwelt-freundlichen Verkehrsmittel täglich angeliefert werden. Im Laufe der Zeit wurden und werden so über 600.000 t Zement zu Europas größtem Verkehrsinfrastrukturprojekt transportiert, davon die Hälfte allein im Jahr 2009. Mit diesem Zement konnten per September 2011 ca. 2,2 Millionen Kubikmeter Beton hergestellt werden. Diese Menge würde ausreichen, um eine 30 cm dicke Deckschicht für eine ca. 270 km lange, 24 Meter breite, 2-spurige Autobahn fertigzustellen. Das entspricht ungefähr der Strecke von Hamburg nach Berlin.

Umso beeindruckender wenn man bedenkt, dass das Dyckerhoff-Werk in Deuna der alleinige Zementlieferant ist und bei dem Transport 300 km Schienenstrecke überbrückt werden müssen. Die Bereitstellung des Zements auf der Baustelle erfolgt über ein Zufahrtsgleis, das auch für diverse andere Zuschlagstoffe und die Kerosinversorgung des Flughafens Schönefeld genutzt werden muss. Der Transport musste daher in einen bestehenden Verkehr nach Berlin integriert werden. Für die Lieferung, d.h. für die Abholung des Leerzuges und die Bereitstellung des neuen beladenen Zuges, stehen täglich zwei Zeitslots um 6:00 Uhr und um 18:00 Uhr zur Verfügung. Pro Woche werden bis zu 10 Züge eingesetzt. Demensprechend groß ist der logistische Aufwand, um bei allen Witte-rungsbedingungen diese großen Mengen an Baustoff stets termingerecht und zuverlässig bereitzustellen. Die Ausführung der Transportleistung liegt dabei bei der EGP. Die Entladung der Waggons erfolgt durch Personal der Deuna Zement GmbH. Ein wichtiges Kriterium für die Auftragserteilung an das Werk Deuna waren daher die Erfahrungen mit der logistischen Abwicklung per Bahn; denn Dyckerhoff liefert seit über 15 Jahre Zement per Bahn nach Berlin und hat deshalb bereits in der Vergangenheit beste Voraussetzungen für den reibungslosen Bahnversand geschaffen.

Nur zwei Sorten Zement!

Geliefert werden aus dem Dyckerhoff Werk in Deuna lediglich zwei Sorten Zement. Mit ihnen konnten alle im Zuge des Flughafenbaus geforderten betontechnologischen Anforderungen voll und ganz erfüllt werden, sowohl im Bereich des Hochbau als auch des Tiefbaus. Geliefert werden die beiden Zementsorten Dyckerhoff HOZ Doppel, ein CEM III/A 42,5 N - LH/NA und Dyckerhoff PZ Doppel, ein CEM I 42,5 N (sd), welche zur Herstellung von Betonen der Festigkeitsklassen C 8/10 bis C 50/60 dienen. Dabei erfüllt der Zement Dyckerhoff PZ Doppel (sd), der unter anderem beim Bau der Flugbetriebsflächen, also der beiden Start- und Landebahnen, zum Einsatz kommt, auch höchste Ansprüche an die Beständigkeit gegenüber Alkali-Kieselsäure-Reaktionen (AKR). Dies ist aufgrund des Einsatzes von Flugflächenenteisungsmitteln auf Acetat- und Formiatbasis notwendig.

Der Dyckerhoff Zement CEM III/A 42,5 wird unter Verwendung von qualitativ hochwertigem Hüttensand produziert. Er zeichnet sich nicht nur durch eine hohe Gleichmäßigkeit, sondern auch durch niedrige Hydratationswärme (LH) sowie niedrigem Alkaligehalt (NA) aus und wurde an 40 Baufirmen für die Herstellung von ca. 200 Ortbeton-Sorten geliefert. Die Optimierung und Überwachung der Verarbeitungseigenschaften erfolgte mit einem neuen rheologischen Messverfahren (Viscomat).

Betonproduktion auf Hochtouren


Die Produktion der Betone erfolgt in den eigens für die Baustelle errichteten Transportbetonanlagen der STRABAG-Tochtergesellschaft Becker Bau. Auf einem Gelände von 70.000 m² stehen sechs Transportbeton-Mischanlagen mit einer Kapazität von 900 m³ pro Stunde bzw. 11.000 m³ pro Tag. In diesem modernsten Betonmischwerk Europas können dank der Computertechnik bis zu 250 Betonrezepturen hergestellt werden – bei Bedarf auch rund um die Uhr. Für eine effiziente Abwicklung der Rohstoffanlieferung wurden unter anderem je 700 m Gleis für Gesteinskörnung und Zement, sieben Doseure, eine Scherbeneisanlage und fünf Heizungssysteme errichtet. Denn, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten kann der Beton im Winter vorgewärmt und im Sommer – mittels der in Mitteleuropa einzigartigen Industrieeisanlage – gekühlt werden.

Quelle: Dyckerhoff AG


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