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13.09.2011

Fit für die Zukunft: SWR-Funkhaus in Stuttgart

Die Architekten formulierten das neue SWR-Funkhaus im Hinblick auf die Hanglage mit einem Gefälle von mehr als zehn Metern und die umgebenden Bestandsgebäude als differenzierten Baukörper mit geschickt angeordneten Verknickungen und Faltungen.

Im Mai 2011 bezogen die ersten Mitarbeiter ihre Büros im neuen SWR-Funkhaus in Stuttgart. In knapp dreijähriger Bauzeit realisierte das Bauunternehmen Baresel GmbH nach Plänen der Struhk Architekten Planungsgesellschaft mbH den Neubau. Mit insgesamt 28.000 Kubikmetern Transportbeton der Heidelberger Beton GmbH & Co. KG Stuttgartentstand am Park Berg einer der modernsten Medien-Produktionsstandorte europaweit.

Als Ersatz für das bisherige Fernsehbetriebsgebäude im Park Berg baut der Südwestrundfunk (SWR) in direkter Nachbarschaft zu seinem Funkhaus im Stuttgarter Osten ein neues Gebäude. In dem Neubau, nach Plänen der Struhk Architekten Planungsgesellschaft mbH aus Braunschweig, bündelt der SWR auf rund 22.000 Quadratmetern Nutzfläche bisher im Raum Stuttgart verstreute Betriebsteile. Mit der Ausstattung von modernster Produktionstechnik reagiert der SWR auf die multimedialen Anforderungen der Zukunft. Neben etwa 480 Mitarbeitern beherbergt der Neubau ab seit Mai 2011 Redaktions- und Büroräume sowie Hörfunk- und Fernsehstudios.

Die Architekten formulierten das neue SWR-Funkhaus im Hinblick auf die Hanglage mit einem Gefälle von mehr als zehn Metern und die umgebenden Bestandsgebäude als differenzierten Baukörper mit geschickt angeordneten Verknickungen und Faltungen. Erfahrungen in Planung und Bau von Rundfunk- und Fernsehgebäuden, unter anderem für NDR, ARD, MDR, BR, SR und arte, zeichnen das Büro Struhk Architekten aus. Bei der Grundrissgestaltung stand eine enge redaktionelle und technische Zusammenarbeit zwischen den Medien Radio, Fernsehen und Internet (Trimedialität) im Vordergrund. Auf diese Weise ist es dem SWR möglich, auf die Anforderungen der modernen Medientechnik und deren zukünftige Weiterentwicklung am neuen Produktionsstandort zu reagieren.

Die Erstellung des SWR-Funkhauses übernahm das ortsansässige Bauunternehmen Baresel GmbH. Der Baugrund mit Hohlräumen von bis zu sechs Metern Durchmesser und dem im Stuttgarter Becken auftretende Mineralwasser stellte sich als schwierig dar. Ebenso erforderte die topografische Lage am Hang, die Baugrube mit einer Tiefe von bis zu 18 Metern abzusichern. Dazu entstand entlang der begleitenden Kuhnstraße ein so genannter Berliner Verbau, eine Trägerbohlwand mit Spritzbetonausfachung. Entlang der Wilhelm-Camerer-Straße sichert eine tiefe überschnittene Bohrpfahlwand mit 227 Pfählen die Baugrube. Insgesamt ruht die Fundamentplatte von einem Meter Dicke als Flachgründung auf 326 Gründungspfählen.


Nach Abschluss der Ausbauarbeiten der Produktionstechnik plant der SWR, ab dem 30. Januar 2012 mit der „SWR Landesschau“ die erste Sendung aus dem Neubau auszustrahlen. Mit dem neuen Funkhaus verfügt der SWR dann über einen der modernsten Produktionsstandorte europaweit und ist gerüstet für die medialen Anforderungen der Zukunft.

Aufgrund der Bodenverhältnisse sind die Fundamentplatte, die Außenwände der Untergeschosse und erdüberdeckte Deckenbereiche als wasserundurchlässige Konstruktion, als so genannte Weiße Wanne, ausgebildet. Für den Bau der Weißen Wanne lieferte Heidelberger Beton Stuttgart rund 10.500 Kubikmeter Transportbeton der Festigkeitsklasse C35/45. Aufgrund der Massigkeit der Fundamentplatte sorgte der eingesetzte Hochofenzement CEM III/B 32,5 N-LH/HS aus dem Zementwerk der HeidelbergCement AG in Lengfurt für eine niedrige Hydrationswärmeentwicklung. Mit einem hohen Sulfatwiderstand reagierte er auf die vorherrschenden Verhältnisse im Baugrund. In den Transportbetonen der weiteren Festigkeitsklassen kam Portlandkalksteinzemente CEM II/A-LL 42,5 R und CEM II/A-LL 42,5 N aus dem Zementwerk in Schelklingen zum Einsatz.

Für den Rohbau des neuen Produktionsstandortes der SWR als Stahlbeton-Skelett-Konstruktion lieferte die Heidelberger Beton GmbH & Co. KG Stuttgart des Weiteren an die 14.700 Kubikmeter Transportbeton der Festigkeitsklasse C30/37 für die Erstellung der Wände und Decken. Insbesondere die Betonage der knapp 12 Meter hohen Wände des Fernsehstudios A in einem Durchgang erwies sich aufgrund des Versatzes zu den eingeschnittenen Obergeschossen als anspruchsvolles Detail. Um einer möglichen Entmischung aufgrund der hohen Fallhöhe beim Einbringen des Betons entgegenzuwirken, wurde die Konsistenz des Transportbetons auf vorwiegend F4 und in Teilen auf F5 erhöht. Für statisch besonders beanspruchte Bauteile wie Pfeiler und Stützen wurden rund 920 Kubikmeter Transportbeton der Festigkeitsklasse C45/55 verbaut. Für die Spannbetonbinder mit Spannweiten bis zu 36 Meter Länge innerhalb der stützenfreien Fernsehstudios A und B wurden rund 1.800 Kubikmeter eines C50/60 eingebaut.

 

Das Einbringen der Betone auf der Baustelle erfolgte über Krankübel und Autobetonpumpe. Eine konstante Überwachung der Einstellung der Transportbetone erfolgte durch das Krieger Beton-Technologiezentrum GmbH im Transportbetonwerk Nord der Heidelberger Beton GmbH & Co. KG Stuttgart.

Nach Abschluss der Ausbauarbeiten der Produktionstechnik plant der SWR, ab dem 30. Januar 2012 mit der „SWR Landesschau“ die erste Sendung aus dem Neubau auszustrahlen. Mit dem neuen Funkhaus verfügt der SWR dann über einen der modernsten Produktionsstandorte europaweit und ist gerüstet für die medialen Anforderungen der Zukunft.

Bautafel

Bauherr: SWR – Südwestrundfunk
Architekten: struhk architekten Planungsgesellschaft mbH, Braunschweig
Tragwerksplanung: Leonhardt, Andrä und Partner, Beratende Ingenieure VBI, GmbH Stuttgart
Projektsteuerung: Drees & Sommer, Stuttgart
Bauunternehmen: Baresel GmbH, Leinfelden-Echterdingen
Bauzeit: 2008 - 2011

Produkteinsatz
Transportbeton
Mengen und Festigkeitsklassen: 14.700 m³ C30/37, 10.500 m³ C35/45, 920 m³ C45/55, 1.800 m³ C50/60
Betonlabor: Krieger Beton-Technologiezentrum GmbH, Remseck
Betonlieferant: Heidelberger Beton GmbH & Co. KG Stuttgart
Zement
Hochofenzement CEM III/B 32,5 N-LH/HS für den C35/45 aus dem Zementwerk Lengfurt der HeidelbergCement AG
Portlandkalksteinzement CEM II/A-LL 42,5 R und CEM II/A-LL 42,5 N für die weiteren Festigkeitsklassen C30/37, C45/55 und C50/60 aus dem Zementwerk Schelklingen der HeidelbergCement AG

Alle Fotos: Steffen Fuchs, HeidelbergCement AG

Quelle: HeidelbergCement in Deutschland

 


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