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13.08.2008
Spezialbeton für ein Schwergewicht

Rund 500 Kubikmeter Transportbeton stecken in dem neuen Strahlenschutzbunker am Klinikum Wetzlar. Außerdem wurde ein besonderer Strahlenschutzbeton, hergestellt mit dem Schwerzuschlag Baryt , eingesetzt. Insgesamt 210 Kubikmeter dieses Spezialbetons, der auch bei kerntechnischen Anlagen verwendet wird, wurden verbaut. Foto: Heidelberger Beton /Fuchs
Neuer Strahlenbunker im Klinikum Wetzlar
Am Wetzlarer Klinikum wird schwer gebaut – im Wortsinn. Denn dort entsteht ein zweiter Strahlenbunker für einen Linearbeschleuniger zur Bekämpfung von Tumoren. Fast zwei Meter dicke Wände aus speziellem Schwerbeton verhindern, dass radioaktive Strahlung nach außen dringt.
Rund 500 Kubikmeter Transportbeton stecken in dem 51 Quadratmeter großen Bunker. Außerdem wurde ein besonderer Strahlenschutzbeton, hergestellt mit dem Schwerzuschlag Baryt (Körnung 0-16 Millimeter), eingesetzt. Das Mineral Baryt verleiht dem Beton eine höhere Dichte und Gleichmäßigkeit, was radioaktive Strahlen nicht durchdringen lässt. Insgesamt 210 Kubikmeter dieses Spezialbetons, der auch bei kerntechnischen Anlagen verwendet wird, wurden verbaut.
Über 130 Stützen mit jeweils einer Stützlast von drei Tonnen hielten während der Betonierung der Decken das enorme Gewicht des Spezialbetons. Doch nicht nur Decken und Wände sind Schwergewichte: Allein die Eingangstür des Strahlenbunkers wiegt nach der Betonierung etwa 26,5 Tonnen.
„Die hohe Last des Betons aufgrund des Baryt-Schwerzuschlags war eine Herausforderung für uns“, sagt Christian Martens von der Wetterauer Lieferbeton GmbH & Co. KG., einer Beteiligung von Heidelberger Beton. „Die Beschickung des Zuschlages in der Mischanlage erfolgte über einen Elevator mit Becherwerk. Damit aufgrund des fast doppelt so hohen Zuschlaggewichtes keine Schäden am Beschicker entstehen, musste der Mischmeister mit besonderer Sorgfalt arbeiten. Wegen der hohen Rohdichte des Betons wurden die Fahrmischer nur mit maximal fünf Kubikmetern Ladevolumen zur Baustelle geschickt. Außerdem wurde die Pumpfähigkeit der Betonrezeptur unter anderem mit einem PCE-Hochleistungsfließmittel und einem höheren Bindemittelgehalt optimiert“, ergänzt Martens.
Die Druckfestigkeit des Strahlenschutzbetons beträgt C25/30. Aufgrund der Wanddicke von fast zwei Metern entschied sich die bauausführende Firma, einen Zement CEM III/A 32,5 L einzusetzen. CEM III/A-Zemente zeichnen sich im Vergleich zu traditionellem Portlandzement durch eine geringere Hydratationswärmeentwicklung bei gleicher Festigkeitsklasse aus – was insbesondere bei den rund zwei Meter dicken Wänden von Vorteil ist. Wände im Standardwohnungsbau sind in der Regel nur etwa 24 oder 30 Zentimeter stark. Ein weiterer Vorteil des Zementes: Das Spannungs- und Rissrisiko bei Betonen mit CEM III-Zementen verringert sich deutlich. Gleichzeitig wurde auf dieser Baustelle das Risiko einer Rissbildung durch eine parallele Verarbeitung von Normalbeton und Schwerbeton – und das frisch in frisch – vermieden.
Bis Ende dieses Jahres soll der neue Strahlenbunker in Betrieb genommen werden.
Bautafel
Generalunternehmer: Carl Schumacher GmbH, Wolfenbüttel
Rohbauer: Fa. Ernst Weber GmbH & Co. KG Hoch- und Tiefbau, Hüttenberg
Beton: Wetterauer Lieferbeton GmbH & Co. KG
Quelle:
HeidelbergCement AG