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31.05.2011

Friedhofskapelle "Haus des Abschieds" in Salgesch

Die neue Friedhofskapelle setzt als monolithisches Objekt in Sichtbeton-Optik einen ganz besonderen Akzent in der Walliser Bergwelt. Foto: Liapor

Sakralbau aus Leichtbeton

Mit der neuen Friedhofskapelle im schweizerischen Salgesch entstand ein markanter, mono-lithischer Bau in Sichtbeton, der einen ganz besonderen Akzent im historischen Ortskern setzt. Errichtet wurde das Gebäude aus Liapor-Leichtbeton. Er sorgt nicht nur für das gewünschte einheitliche Erscheinungsbild, sondern gewährleistet dank der enthaltenen Liapor-Blähtonkörnung auch eine adäquate Wärmedämmung des Objekts.

Mitten in den Walliser Alpen liegt der kleine Ort Salgesch, rund 20 Kilometer nordöstlich von Sion. Zum Bild der im 13. Jahrhundert gegründeten Ortschaft gehört auch der kleine Friedhof mit seiner historischen Kirche. Direkt daneben entstand vor Kurzem eine neue Friedhofskapelle, die als monolithisches Bauwerk in Sichtbeton-Optik einen ganz besonderen Akzent im ansonsten historischen Ambiente setzt. Entworfen wurde das kubistisch anmutende, in sich geschlossene Objekt von Architekt Norbert Truffer von der Cometti Truffer Architekten AG in Luzern unter der Bauherrschaft der Stiftung Friedhofskapelle und Pfarrei Salgesch.

Neubau mit hoher Symbolkraft

Die neue Friedhofskapelle schließt zusammen mit dem vorgelagerten Platz den erweiterten Friedhof ab und bildet eine räumlich erfassbare Abfolge aus Kirche, Friedhof und Kapelle. Unterschiedlich hohe Mauern empfangen die Besucher und leiten zum Eingang der Kapelle hin. Ein steigender Grad der räumlichen Umschlossenheit bereitet auf den zentralen Raum des Abschieds vor. Beim Verlassen der Anlage erfährt der Besucher in umgekehrter Weise eine entsprechende Öffnung zurück ins irdische Leben. Bei der Planung und Umsetzung des Bauwerks und seiner Ausgestaltung wurde dabei bewusst auf Interaktion mit dem angrenzenden Umfeld geachtet. "Lichtschlitze am Boden, in den Wänden und in der Decke stellen unterschiedliche Beziehungen zur Umwelt her und lassen der Bestimmung der Räume folgend unterschiedliche Lichtstimmungen entstehen", erklärt Architekt Norbert Truffer. "Der Baukörper als monolithisches Objekt fügt sich gleichzeitig harmonisch in das umgebende Rebland ein und wird so zu einem gewachsenen Bestandteil der Anlage."

Die monolithische Bauweise in Sichtbeton-Optik sorgt für die geforderte Homogenität des Bauwerks. Foto: ComettiTruffer AG

Monolithische Bauweise mit integrierter Wärmedämmung

Errichtet wurde das Objekt aus rund 200 Kubikmetern Leichtbeton unter der Leitung der Constantin Bau AG in Salgesch, Betonhersteller und -lieferant war die Volken Beton AG in Baltscheider. Zum Einsatz kam ein Liapor-Leichtbeton LC20/22 mit einer Rohdichte von 1.600 kg/m³, der aus Liapor F3 4/8 mm, Zement mit einer Dichte von 350 kg/m³ sowie 45 Prozent Sandanteil 0/4 mm hergestellt wurde. Die monolithische Bauweise sorgt dabei für die -geforderte Homogenität des Bauwerks, während die Ausführung in Sichtbeton die gewünschte optische Schwere sicherstellt.

Passgenaue Betonierung

Beim Bau der Kapelle mussten einerseits durch entsprechend sorgfältige Schalungsarbeiten besonders glatte Oberflächen der Wände und Decken sichergestellt sein. Andererseits galt es, bei der Betonage die Lichtschlitze, die Lüftungsanlagen und ein Kreuz aus Chromstahl zu berücksichtigen. Während sich die Lüftungsanlage als solche direkt einbetonieren ließ, wurden für die Fenster und das Kreuz maßgefertigte, hölzerne Platzhalter verwendet. Nach ihrer Entfernung wurden in die entsprechenden Öffnungen die Fenster und das Kreuz gesetzt. Durch die hohe Maßgenauigkeit konnte so eine Flächenbündigkeit der Elemente erreicht werden, die den monolithischen, einheitlichen Eindruck der Räume wirkungsvoll verstärkt. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurden die äußeren Betonwände der Kapelle noch in einem hellen Grauton lasiert und hydrophobiert, die Innenräume wurden mit einem warmen Weiß nachgestrichen. Das Resultat ist ein markantes Bauwerk, das mit seiner eindrucksvollen Architektur und seinem einzigartigen Erscheinungsbild einen ganz besonderen Akzent im Ort setzt, gleichzeitig aber auch den Menschen einen würdigen Platz für die Auseinandersetzung mit der irdischen Vergänglichkeit bietet.

Quelle: Liapor GmbH / mp publishing GmbH


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