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24.08.2011 Leipziger Studenten bringen Beton in Form Architekturstudenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig gestalteten im Rahmen des Seminars „Plastisch-räumliches Gestalten“ Skulpturen aus Leichtbeton. Unter dem Motto „Rund, eckig, Kerbe und Loch“ sollte jede Figur ein rundes und ein eckiges Element, eine Kerbe und ein Loch aufweisen. Ziel der Aktion war es, ein Gefühl für den Baustoff zu bekommen und ein wenig Abwechslung in den Studienalltag zu bringen.
„Zu theoretisch!“ fand Professor und Architekt Hubert Herrmann die Ausbildung seiner Architekturstudenten – „Mal was Praktisches machen!“, wollten seine Studenten. Als Leiter des Kurses für plastisch-räumliches Gestalten initiiert Professor Herrmann deshalb bereits seit einigen Jahren dieses etwas andere Seminar.
Dabei fiel die Wahl nicht zufällig auf den Baustoff Beton, denn dieser bietet ein enormes Gestaltungspotential. Pier Luigi Nervi, der weltberühmte Ingenieur-Architekt, erkannte dieses Potential schon früh: „Die Tatsache, dass man aus ihm praktisch jede Form herstellen kann und dass er jeder Beanspruchung standhält, grenzt ans Wunderbare. Durch ihn sind der schöpferischen Phantasie auf dem Gebiet des Bauwesens alle Grenzen genommen.“
Phantasie und Geschick waren von den Studenten gefordert: Wie im richtigen Baualltag mussten sie für ihre Skulpturen erst Skizzen erstellen, die Schalungen aus Gips oder Styropor bauen, den Beton selbst anmischen und dann die Formen ausgießen. Ende Juli wurden die Figuren schließlich ausgeschalt.
Bei der Vorbereitung der Betonarbeiten wurde die Hochschule von BetonMarketing Ost unterstützt. Gearbeitet wurde mit einer Leichtbeton-Fertigmischung der Firma maxit. Insgesamt ein Kubikmeter Leichtbeton wurde angemischt und zu verschiedenen sehenswerten Plastiken verarbeitet.
Leichtbeton ist ideal für konstruktive und gestalterisch anspruchsvolle Bauvorhaben. Die Vorteile des Baustoffs liegen vor allem in seiner geringen Rohdichte, verbunden mit einem geringen Gewicht und gleichzeitig hoher Wärmedämmung der Bauteile. Bereits die alten Römer hatten den Nutzen des Leichtbetons für sich entdeckt. Die faszinierende Kuppel des Pantheons in Rom konnte nur mit Hilfe einer Leichtbetonmischung gebaut werden. Mit zunehmender Kuppelhöhe wurde das Gewicht des Betons dadurch verringert, dass man immer leichtere Zuschlagstoffe verwendete.
Im heutigen Baugeschehen findet Leichtbeton in vielen Bereichen Anwendung: zum Verfüllen von Sandwichplatten und Schalungssteinen, zum Betonieren von Stützen, Pfeilern, Decken und Böden, aber auch bei der Renovierung und Sanierung von Gebäuden sowie beim Bau von Industrieanlagen, Wohn- und Geschäftshäusern.
Die fertigen Plastiken stehen derzeit auf dem Gelände der HTWK und werden zum Beginn des Wintersemesters 2011/2012 versteigert. Mit dem Erlös wollen die Studenten weitere derartige Projekte finanzieren.
Quelle und Fotos: BMO

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