News


Bestellen Sie den
Beton-Newsletter hier, um automatisch und regelmäßig über aktuelle Beton-News informiert zu werden.
26.01.2012
"Kulturziegel" mit einer Innenarchitektur aus Sichtbeton
Bürgerhaus Unterföhring

Ein über drei Geschosse offenes und vielfältig nutzbares Foyer bildet das Herzstück des Bürgerhauses Unterföhring.
Viele Einwohner Unterföhrings nennen ihr neues Bürgerhaus salopp „Kulturziegel“. Aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes ist dies auch nicht verwunderlich. Der Baukörper zeichnet sich durch seine kubische Form sowie seine rot eloxierte Alu-Außenfassade aus und erinnert damit an einen Ziegel. In seinem Innern befindet sich ein multifunktionaler Saal mit bis zu 700 Sitzplätzen. Zudem sind in dem neuen Gebäude eine Bibliothek sowie Vereins- und Gruppenräume untergebracht. Ein kleiner Saal im ersten Obergeschoss, Räume für die Musikschule und einige Ateliers ermöglichen ein vielfältiges, kulturelles Angebot, womit erklärt ist, warum das Unterföhringer Bürgerhaus nicht einfach nur „Ziegel“, sondern „Kulturziegel“ genannt wird.
Raumprogramm
Der Neubau, dessen Planung die WerkGemeinschaft Guttenberger aus Stuttgart, nach dem Erfolg im europaweiten Wettbewerb 2006, übernahm, bietet aber nicht nur Kulturelles. Die Einwohner der Gemeinde können im Untergeschoss des 10.000 m² großen Gebäudes auch eine Kegelbahn sowie Partyräume mit zugeordneter Küche nutzen. In den Geschossen darüber befinden sich ein Restaurant, Räume für die Sozialberatung, großzügige Pausenflächen.
Das über drei Geschosse offene Foyer bildet das Herz des neuen Bürgerhauses. Es verknüpft die Vielzahl unterschiedlicher Nutzungen miteinander und erleichtert die Orientierung im Gebäude. Offene Treppen und Lufträume ermöglichen Blickbeziehungen über die Geschosse hinweg. Plattformen auf allen Ebenen regen die Besucher zur Kommunikation an.
Gelungene Materialwahl
Mit der Wahl der Baumaterialien unterstrichen die Planer die klare und reduzierte Gebäudeform des Unterföhringer Bürgerhauses. Dementsprechend verwendeten sie möglichst wenig unterschiedliche Materialien und setzten Licht als Gestaltungsmittel ein.
Vor allem bei der Erschließung des Gebäudes, dem Foyer, bewiesen die Mitarbeiter des Büros Guttenberger viel Fingerspitzengefühl. Hier kombinierten sie große Glasflächen, dunklen Natursteinboden und hellen, strukturierten Sichtbeton. Die Oberfläche des Sichtbetons ist einer unterschiedlich tiefen Lattenstruktur aus Lärchenholz nachempfunden.
In Breite und Höhe lässt sich die NOEplast Strukturmatrize beliebig ergänzen.
NOEplast Strukturmatrize Foehring
Die ursprüngliche Idee, die Lärchenholzlatten auf Beton-Schaltafeln aufzubringen und dann zu betonieren, um die gewünschte Beton-Oberfläche zu erreichen, wurde jedoch schnell wieder verworfen. Zum einen, weil man nach jedem zweiten Betoniertakt die Latten hätte austauschen müssen und zum anderen, weil dies sehr zeitaufwändig und damit teuer gewesen wäre.
Gemeinsam mit den Architekten und dem ausführenden Bauunternehmen Berger Bau, Passau entwickelte deshalb NOE-Schaltechnik die neue NOEplast Strukturmatrize „Foehring“. Diese besteht aus zehn unterschiedlich langen und unterschiedlich dicken Lärchenholzlatten mit einer Breite von jeweils 50 mm. Die Strukturmatrize hat außerdem den Vorteil, dass sie horizontal und vertikal fast unendlich verlängerbar ist. Dies erwies sich vor allem bei einer zehn Meter hohen Wand im Foyer des Unterföhringer Bürgerhauses als sehr nützlich.
Das Arbeiten mit diesen Strukturmatrizen ist einfach. Sie wird im Ortbetonbau auf der Betonschalung befestigt oder im Betonfertigteilwerk in die Betonschalung gelegt oder geklebt. Anschließend wird betoniert. Nach dem Aushärten des Betons wird ausgeschalt und die Struktur ist im Beton sichtbar.
Viel Licht und Lichtspiele sind eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale der Innenarchitektur des Bürgerhauses.
Strukturmatrizen
Um individuelle Matrizen zu fertigen, ist in der Regel ein 1:1 Modell der gewünschten Struktur notwendig. Dies kann entweder aus Holz oder Gips sein. Daraus wird ein Matrizennegativ gefertigt. Mit diesem können dann fast beliebig viele Strukturmatrizen für die Baustelle oder das Betonwerk hergestellt werden.
Wird eine Matrize in das Standardlieferprogramm aufgenommen, erhält sie in der Regel den Namen ihres ersten Einsatzortes. So kommt es, dass NOEplast Strukturmatrizen Namen führen wie zum Beispiel „Biberach“ oder „Riad“. Folglich wäre „Unterföhring“ der korrekte Name für die beim „Kulturziegel“ erstmals eingesetzte Struktur gewesen. Um seinen Kunden jedoch die Bezeichnung zu erleichtern, entschied sich NOE-Schaltechnik die neue Strukturmatrize kurz „Foehring“ zu nennen.
Aufgrund seiner klaren Architektur und einer roten Aluminium-Außenfassade erinnert das Bürgerhaus Unterföhring an einen überdimensionalen Ziegel. Die Unterföhringer Bürger tauften es deshalb salopp „Kulturziegel“.
Bautafel:
Bauherr: Gemeinde Unterföhring, 85774 Unterföhring
Architekt: WerkGemeinschaft Guttenberger, 70188 Stuttgart
Subplaner: Bez + Kock Architekten, 70174 Stuttgart
Ausführendes Bauunternehmen: Berger Bau GmbH, 94036 Passau
Quelle:
Noe Schaltechnik