Fotobeton

Kontrastreiche Fotos und Motive auf Beton bringen und für die Ewigkeit festhalten

„Es ist unser Wunsch gewesen, Architekten eine Möglichkeit anzubieten, Fassaden des Kunden wirklich einzigartig zu machen.“ sagt Dr. Klaus Hörmann, Geschäftsführer von FABRINO. Der Spezialanbieter von Architekturbeton und Hochleistungsfasern mit Sitz im Allgäu hat den schon lange bekannten Fotobeton weiter entwickelt und optimiert. Mit Hilfe eines Verfahrens, das dem Siebdruck ähnelt, können Bildmotive aller Art und in nahezu jeder Größe auf Beton verewigt werden. Das Fußballer-Motiv oben wurde realisiert mit Margret Eicher (Künstlerin), Fischer Architekten und Dreßler Bau.

 

Dr. Klaus Hörmann, Geschäftsführer FABRINO - Foto: FABRINO

Das gewünschte Motiv wird in eine gerasterte schwarz-weiß Vorlage umgewandelt und mit einem Fotobetonlack, der sich auf den schwarzen Stellen des Rasters befindet, auf eine Trägerfolie gedruckt. Der aufgedruckte Fotobetonlack agiert als  Oberflächenverzögerer und verzögert gezielt und punktuell das Abbinden von Beton. Nach dem Aushärten des Betons wird die Trägerfolie entfernt und der Fotobetonlack wird ausgewaschen. An den verzögerten Stellen ist nun die Gesteinskörnung zu erkennen und es entsteht ein Kontrast von gewaschenen und ungewaschenen Stellen, wodurch ein hell/dunkel Verlauf im Bild sichtbar wird.
FABRINO bietet mit diesem einzigartigen Beton-Veredelungsverfahren seinen Kunden eine Möglichkeit, sich als Gestalter zu verwirklichen und seine Individualität in der Architektur auszudrücken.

Herr Dr. Hörmann, Sie haben 2005 das Unternehmen FABRINO gegründet. Was war damals Ihre Motivation?  
Mein Wunsch war es, mehr im Bereich Architekturbeton zu machen. Ich wollte Architekturbeton im dekorativen Bereich salonfähig machen. Wir waren eines der ersten Unternehmen, die sich schwerpunktmäßig und in diesem Maße auf Architekturbeton konzentriert haben. Eine Marktnische, in der wir heute eine Spitzenposition einnehmen.

Fotobetonplatte wird betoniert- Foto: Dreßler Bau
Abwaschen des Oberflächenverzögerers- Foto: Dreßler Bau
Fußballer auf Beton - FOTO: FABRINO
Fotobeton-Detail - FOTO: FABRINO

Hatten Sie bei der Entwicklung von Fotobeton auch Unterstützung von Universitäten?
Nein, für dieses Produkt nicht. Der Fotobeton ist eine eigene Entwicklung, die wir gemeinsam mit einem erstklassigen Siebdrucker marktfähig gemacht haben. 

Und wie sind Sie auf die Idee des Siebdruckes gekommen?
Zuerst habe ich mich an Universitäten erkundigt, welche Drucktechniken es gibt. Ich habe mir ein Anforderungsprofil skizziert und gefragt, welche Drucktechniken überhaupt in Frage kommen. Letzten Endes blieben nur zwei Drucktechniken zur Auswahl, die unseren Anspruch erfüllen konnten.
Aufgrund unserer speziellen chemischen Formulierung, schied eines dieser beiden Druckverfahren gleich zu Beginn aus. Somit blieb nur noch das Siebdruckverfahren übrig.

Und wie ging es dann weiter?
Dann haben wir zwei Jahre lang das Produkt getestet und weiter erforscht, bis wir der Meinung waren, dass Fotobeton von FABRINO marktreif ist. In dieser Zeit haben wir auch dafür Sorge getragen, dass die Verarbeitungsbetriebe in der Lage sind, unser Verfahren anzuwenden und Bilder betontechnologisch herstellen zu können.

Fotobeton kennt die Industrie schon seit den 80er Jahren. Was ist an FABRINOs Fotobeton neu und anders?
Fotobeton gibt es schon lange. Das stimmt. Wir haben Fotobeton optimiert und wirtschaftlicher gemacht. Das andere Verfahren, das es noch gibt, nutzt Papier als Trägermaterial, was aber gegenüber unserer Trägerfolie einen elementaren Nachteil darstellt.

Und was genau sind die Vorteile bei der neuen Trägerfolie?
Das Papier zieht die Feuchtigkeit des Betons auf und wellt sich. Dort wo sich das Papier wellt, gibt es später einen Knick im Beton. Im Gegensatz zu unserer Folie, ist es schwieriger das Papier zu lagern. Man erhält nur auf gut erhaltenen Trägern ein gutes Ergebnis. Außerdem kann das Papier beim Eingießen des Betons verrutschen. 

Und die FABRINO Trägerfolie ist besser?
Genau. Alle unsere Folien sind zum Beispiel selbstklebend. Das heißt, man klebt die Trägerfolien in die Schalung und sie ist fixiert. Es besteht nicht mehr die Gefahr, dass sich der Träger im Prozess noch verschieben wird. Denn im Produktionsprozess darf sich nichts verschieben. Der Verzögerer wird vorher auf die Folie gedruckt und bleibt an der Stelle? Der Verzögerer ist fest auf der Folie. Er ist rüttelstabil. Das heißt er löst sich am Anfang nicht, wenn der Beton gerüttelt wird.

Warum dieser technische Aufwand?
Die Werke dürfen in ihrem üblichen Prozess keine großen Einschränkungen haben. Sie sollen arbeiten können, wie sie es gewohnt sind. Nur so ist ein gutes Ergebnis sehr wahrscheinlich.

Der Beton wird auch eingefärbt. Heißt das, es können auch farbige Bilder mit dem Fotobeton erstellt werden?
Nicht mehrfarbige, aber durch die Einfärbung von Beton können Betonelemente mit einem Hell-Dunkelkontrast und farbigem Beton hergestellt werden und es sind Effekte wie z.B. Sepia möglich.
Die Brillianz der Farben hängt abschließend nur noch davon ab, ob Weiß- oder Grauzement verwendet wird.

Wo liegen die Grenzen in der Größe für den Gestalter?
Es gibt keine Größenbegrenzung, weil die Folien aneinander gereiht werden können. Wir haben zwar ein Rastermaß - aktuell kann eine einzelne Folie in einer max. Größe von 3,00 m x 1,50 m gefertigt werden - aber in der Schalung können die Teile so zusammengelegt werden, dass man die Stöße nicht mehr sieht. Es werden dann viele solcher Folien nebeneinander gelegt und fixiert um ein großes Element zu erstellen. Daher sind der Größe des Elementes von unserer Seite aus keine Grenzen gesetzt. 

Und Begrenzungen nach unten?
Es gibt theoretisch auch kein Mindestmaß. Aber Fotobeton heißt natürlich, je größer ein Bild ist und je mehr Abstand man hält, desto stärker wird der Eindruck.

Fotobeton-Tapetenmuster - Foto: Hering Bau
Fotobeton-Tapetenmuster - Foto: Hering Bau

Wo wird Fotobeton hergestellt?
Fotobeton kann im Regelfall nur im Betonfertigteilwerke eingesetzt werden, da die einzelnen Parameter sehr genau eingehalten werden müssen um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Gerade bei Serienelementen sollte immer der gleiche Rhythmus (Betonieren - auswaschen) eingehalten werden, um ein unterschiedliches Ergebnis zu vermeiden. Für eine Anwendung auf Ortbetonbaustellen ist Fotobeton nicht geeignet (Witterung, Ausschalfristen, etc. könnten problematisch werden.

Und wo werden die Betonbilder bisher angewandt?
Zum Beispiel bei Firmen die ihre Firmenzentrale entsprechend verschönern möchten. Sei es mit Jahreszahlen oder einem Bild eines Gründers. Letzten Endes hat eine Fotobetonfassade ja auch einen Verewigungscharakter.
Manchmal haben wir auch schon Gedenktafeln hergestellt, also große Beton-Fassadenelementen, die dann einer besonderen Person gewidmet wurden. 
Betonmöbelmanufakturen und die Betonwaren Hersteller können unser Verfahren für den Innenbereich einsetzen. Wir haben kürzlich für die Revitalisierung der dänischen Botschaft in Berlin für einen Architekten ein Tapetenmuster das sich auf mehreren hundert Quadratmetern wiederholt gefertigt. Das ist dann besonders günstig, weil sich das gleiche Motiv wiederholt. Aber sowas ist natürlich auch denkbar für Bäume oder für Gräser.
Auch im Gartenlandschaftsbau findet Fotobeton Anwendung und alle die mit Gedenktafeln zu tun haben, können das Produkt nutzen. Sie können auch QR-Codes und Firmenlogos in den Beton bringen.

Verraten Sie uns abschließend noch, was für Sie persönlich das Besondere an Fotobeton ist?
Dass sich jeder Mensch als Gestalter austoben kann! Es ist unser Wunsch gewesen, dass der Architekt eine Möglichkeit hat die Fassade des Kunden zu seiner zu machen. Er hat die Gestaltungsfreiheit die er sich wünscht und das zu einem vertretbaren wirtschaftlichen Rahmen. Er kann wählen ob er nur punktuelle Akzente setzt oder ein größeres Bild in Beton druckt oder ob sich die Fassade wiederholen soll.

Das Interview führte Miriam Elgner.

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