Figuren und Skulpturen von Friedemann Grieshaber

Architektonische Bilder aus Beton

Beton ist das vorherrschende Material im Atelier Friedemann Grieshabers auf einem Gewerbehof in der Berliner Innenstadt. Überlebensgroße Figuren gruppieren sich dort neben kleinen Häusern und plastischen Stadtsilhouetten basierend auf dem Kubus und Keil als Urform architektonischer Elemente.

In Ravensburg, Stadt der Türme und Tore, aufwachsend, kommt er schon sehr früh mit Architektur in Berührung. Nach einer Steinmetzlehre und Reisen durch Israel und Ägypten beginnt er ein Studium der Bildhauerei an den Akademien und Kunsthochschulen von Stuttgart über Berlin und wird neben zahlreichen Lehrmeistern stark vom Künstler Lothar Fischer und dessen plastischer Verarbeitung von Menschenbildern inspiriert.

Nicht Stein, sondern flüssiger Beton ist das bildhauerische Ausgangsmaterial Grieshabers. Das Material bestimmt die Form und Grieshaber interessiert dabei die tatsächliche Beschaffenheit des Betons: Das Schwere bleibt schwer, das Leichte leicht. Skulpturale Gegensätze wie glatt und faltig, ideal und unvollkommen, einfach und kompliziert werden thematisiert, wofür sich Beton als erst flüssiges, dann starres Material hervorragend eignet. Aus dem Baustoff Beton wird etwas Lebendiges.

Stelen wie „Figur mit Herz“, „Grauer Torso“ oder „Sitzriese" positionieren sich in klassischer Haltung stehend, sitzend oder liegend und setzen sich aus den für Grieshaber verwendeten Elementen Flächen, Winkel und Kuben zusammen. Mit dem archaischen Motiv Haus suggeriert der Künstler das Urbild eines Ortes, in dem sich der Betrachter gedanklich einrichtet und sich in Begriffen wie Sesshaftigkeit, Schutz, Verbindlichkeit und Kultivierung wiederfindet. Seine gebauten und gezeichneten Landschaften definiert er als „Kulturlandschaften", handgemachte Konstrukte unserer kulturell bestimmten Wahrnehmung.

Für die Negativformen seiner Skulpturen benutzt Friedemann Grieshaber Styropor oder Holz. Die Strukturen des verwendeten Schalmaterials zeichnen sich auf der Oberfläche der fertigen Plastiken ab und kommen deshalb bewusst zum Einsatz. Wenn die Figuren und Reliefs aus der Schalung kommen, können sie nur noch bedingt nachgearbeitet werden: Formnähte bleiben stehen, Poren, Vertiefungen und Schlieren sind aufgrund der Materialeigenschaften unvermeidbar und hinzunehmen. Der Herstellungsprozess des „Gewordenen" ist ein wichtiger Teil auf die Frage nach der formalen Struktur und dem Inhalt der Skulpturen.

Neben Aufträgen wie beispielsweise für eine Figurengruppe im Außenbereich in Ulm oder eine Skulptur auf einer Insel im Atlantischen Ozean und Arbeiten für den privaten bzw. öffentlichen Besitz sind die Skulpturen und Zeichnungen von Friedemann Grieshaber seit 1998 auf zahlreichen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen national und international in bekannten Galerien, Museen und Kunstvereinen vertreten. 
Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin und im Allgäu.

www.friedemanngrieshaber.de

Bildnachweis: Friedemann Grieshaber

Text: Antje M. Abel

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