Beton mit Leichtigkeit zusammen bringen

Im Gespräch mit Jörg Schulze-Roloff, dem Gewinner des diesjährigen Sonderpreises des manu factum Staatspreises NRW

Auf die Frage, ob er sein Hobby zu seinem Beruf gemacht hat, antwortet der Betonkünstler Jörg Schulze-Roloff lachend mit einem klaren „Ja, auf jeden Fall!“ Der Diplom-Designer arbeitet bereits seit seinem Studium mit „simplem Beton, damit man auch weiß, was man daran hat“ um Design- und Kunstobjekte herzustellen. Dieses Jahr hat er sich zum ersten Mal um den manu factum Staatspreis für das Kunsthandwerk NRW beworben und auch sofort gewonnen. „Ich habe gedacht, das hört sich spannend an, da bewirbst du dich mal.“

Die Chance, mit einem Exponat in eine große Ausstellung und einen tollen Katalog zu kommen waren alle Erwartungen, die der Künstler hatte. „Ich dachte, es wäre cool, wenn ich mit in der Auswahl und für zwei Monate in der Ausstellung im großen Museum in Dortmund stehe und mit einem tollen Foto in den Katalog mit rein komme, der sehr schön gemacht ist. Das war mein Ziel.“ Als dann die Aufforderung kam, er möge sein Objekt doch bitte vorbei bringen, war die Freude groß. An einen möglichen Sieg oder eine weitere Auszeichnung dachte er nicht mehr. Umso überraschter war er, als ihm dann am 13.07.2013 den Sonderpreis in der Kategorie Stein überreicht bekam.

Der „Tausenfüßler“

Das eingereichte Kunstobjekt, der „Tausendfüßler“, stammt aus einer kleinen Serie, welche aus verschiedenen Varianten und Größen besteht. Ob als Bank, Beistelltisch oder Installation, jeder Tausendfüßler ist, wie alle Objekte des Betonkünstlers, ein Unikat.
Der massiv wirkende, 1m lange, 30cm tiefe und 43cm hohe Betonblock „schwebt“ auf vielen geölten Buchefüßen, welche kreuz und quer angeordnet sind. „Der 1 Meter lange Tausendfüßler, den ich jetzt eingereicht habe, ist gerade so noch handhabbar. Den kann ich auch mal alleine bewegen. Ich fertige diesen aber auch bis zu 2,50 Meter an. Das ist überhaupt kein Thema. Je länger der ist, umso besser wirkt er auf den Beinen.“
An diesem Exponat lässt sich sehr deutlich erkennen, wie der Künstler arbeitet. Das massiv wirkende Möbelstück wiegt gerade mal 30 Kilogramm und gibt einem das Gefühl, es würde auf den Holzbeinchen „schweben“, sich darauf fortbewegen. „Das ist so die Spielerei. Ich versuche Beton, Leichtigkeit zu verleihen.“

Beton, mein Lieblingsmaterial

Der spröde Beton gefällt Jörg Schulze-Roloff „roh". Lunker und Ausblühungen geben dem Material erst seinen individuellen Ausdruck. „Man soll sehen, dass das Beton ist und kein Kunststein oder sowas.“ Genau um dies zu unterstreichen und hervorzuheben, kombiniert er seine Betonobjekte gerne mit einem kontrastreichen Material. In dem Fall des „Tausendfüßlers“ übernimmt das Holz, als organisches Material, das „Lebendige“. Andere Objekte werden auch gerne mal mit einem Polster versehen, um das Harte von Beton mit etwas Weichem zu unterstreichen. Bei Wandobjekten wird mit Licht gearbeitet um diesen eine leichtere, schwebende Anmutung zu verleihen. Wieder andere Objekte werden mit Glas oder lackierten Materialien gepaart, um das Raue von Beton etwas Glattem gegenüber zu stellen.

Obwohl Beton eine Schwere ausstrahlt, kann man alle Möbel noch bewegen und auch Lampen und Wanddekorationen des Künstlers können ganz ohne spezielle Befestigungsmittel an der Wand befestigt werden. In jedem Objekt befindet sich eine Stützkonstruktion, die die Statik übernimmt. Das ermöglicht dem Designer das Arbeiten mit einer Materialstärke von 1,5 cm bis 2 cm. Und genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Betonblock auf Holzfüßen und dem „Tausendfüßler“ von Jörg Schulze-Roloff.

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