Betonierte Gesteinsschichten

Perot Museum of Nature & Science in Dallas

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Betonkernaktivierung Fertigteile Matrizen Regenwassernutzung Zisterne

Architekt

Morphosis, Culver City

Bauherr

<b> </b>Comitée Perot Museum Nature an Science, Dallas

Projektbeteiligte

Datum Engineers, Dallas und John A. Martin Associates, Los Angeles (Tragwerksplanung); Balfour Beatty Construction, London (Bauausführung); Buro Happold, New York (Gebäudetechnik); Talley Associates, Dallas (Landschaftsbau); Amaze Design, Boston und Paul Bernhard Exhibit Design, Austin (Ausstellungsgestaltung); Gate Precast, Hillsboro (Betonfertigteile); Holcim (US), Waltham (Zementhersteller)

Jahr

2012

Ort

Dallas, Texas, Field Street

Beschreibung

Die texanische Stadt Dallas hat einige Bauwerke internationaler Architekten vorzuweisen. Neben dem Wyly Theater von OMA und dem Winspear Operahouse von Forster haben sich I.M.Pei und Steven Holl hier verewigt. Nun ist ein Gebäude von Thom Mayne vom kalifornischen Studio Morphosis hinzugekommen. Es ist das Perot Museum of Nature & Science, der erste Museumsbau des Architekten überhaupt. Die Besucher sollen hier die Naturgeschichte hautnah erleben können. Seinen Namen hat das fast 17.000 m² große und rund 200 Millionen Dollar teure Museum von den Hauptsponsoren, der Familie Perot.

Der Neubau befindet sich unweit der Innenstadt am Woodall Rodgers Freeway nahe des Victory Parks. Mit seiner unregelmäßig strukturierten Betonfassade erhebt er sich fünfgeschossig auf einem flächenmäßig sehr viel größeren Erdgeschosssockel. Dieser öffnet sich nach allen Seiten und beherbergt neben dem Eingang einen Raum für Wechselausstellungen, ein Café, den Museumshop und ein Auditorium mit Kino. Das Dach dieses Geschosses ist mit Gesteinsschichten, Gräsern und Bäumen aus der Umgebung bedeckt; gestaltet wurde es von den Landschaftsarchitekten Tally Associates aus Dallas. Eingebettet in diese Topografie liegen ein versteckter Platz, kleine Höfe und der Museumsgarten. Hier können die Besucher die Vielfalt der heimischen Natur bestaunen oder sich einfach nur ausruhen. Damit das auch an den heißen texanischen Tagen funktioniert, haben die Planer einen 30 Meter langen Wasserkanal geschaffen, der für die Kühlung der Luft im Außenbereich sorgt. Er verläuft entlang der Dachfläche und mündet in einem Teich.

Aus dieser Dachlandschaft ragt der 52 Meter hohe Betonkubus mit seiner wie zerschnittenen und fast vollständig geschlossenen Fassade heraus, die mit ihren unregelmäßigen horizontalen Streifen an geologische Felsformationen erinnert. Auffälligstes Gestaltungselement ist der gläserne Baukörper entlang der Südostfassade. Hinter ihm liegt die großzügige Erschließung in einem verwinkelten Raumgefüge mit Rolltreppen, Aufzügen und Rampen. Auf dem Weg nach oben wechseln sich Blicke auf das Museumsinnere mit der Aussicht auf Dallas ab. Im Gegensatz zur reliefartigen Außenhülle sind die Oberflächen im Inneren des Museum glatt betoniert.

In insgesamt elf Ausstellungsbereichen können sich die Besucher über die Naturgeschichte informieren. Die unteren Geschosse sind dem Kosmos, dem Sonnensystem und den Sterne vorbehalten. Es folgen Fossilien, die Evolution und die Dinosaurier. Im Zwischengeschoss über der vierten Etage befindet sich die Rose Hall of Birds. Von hier aus kann man die darunter ausgestellten Exponate aus der Vogelperspektive betrachten. Landschaftssimulationen demonstrieren sehr anschaulich die Naturgewalten mit allen Konsequenzen von Zerstörung und ökologischem Wandel. In weiteren Abteilungen geht es um die Energie-, Öl- und Gasressourcen. Die realitätsnahe Ausstellungsgestaltung macht den Besuch zu einer lebendigen Geschichtsstunde.

Im Einklang mit der Ausrichtung des Museums standen ökologische Aspekte im Vordergrund der Planung. Bei Außentemperaturen von über 40°C galt es vor allem, den Aufwand für die Kühlung zu minimieren. Das Gebäude ist zweischalig aufgebaut, gedämmt und mit einer thermischen Betonkernaktivierung ausgestattet. Zwei unterirdische Zisternen sammeln bis zu 190.000 Liter Regen- und Grauwasser, das für die WC-Spülungen und die Kühlung genutzt wird. Tageslicht fällt nur durch den verglasten Erschließungsbereich und über Fenster in den unteren Gebäudeecken herein, ansonsten wird energieschonend mit LED-Techik belichtet. Die gesamte Gebäudetechnik blieb unverdeckt, sodass die Besucher den Bau als Supermechanismus erleben können.

Beton

Die Außenhülle des Museums besteht aus Betonfertigteilen. Die Architekten wählten einen schlicht-grauen Beton ohne Pigmente oder Weißzement. Roh sollte er sein und eine natürliche Marmorierung aufweisen. Um die Struktur einer unregelmäßigen Schichtung zu erhalten, fertigte der Betonhersteller zunächst eine Reihe von Mock-ups mit zufälligen Kombinationen von konvexen und konkaven Formen an. Nach Verfeinerung des Entwurfs stellte das Unternehmen insgesamt 656 Fertigteile mit einer durchschnittlichen Größe von rund 2,50 x 9,00 m her. Da diese möglichst leicht sein sollten, wurden dem Beton außer einer leichten Gesteinskörnung in Form von expandiertem Schiefer keine weiteren Komponenten zugefügt. Damit ließ sich das Gewicht der Fassade um etwa 20 Prozent im Vergleich zu herkömmlichem Portlandzement verringern. Für die Pfeiler, Säulen und Platten im Inneren des Museums wurde dem Beton Flugasche beigemengt, für die leichteren Innenwänden verwendete man Schlacke aus Louisiana.

Die Streifenbildung an der Außenseite der Betonfertigteile wurde durch den Einsatz von Gummimatrizen mit verschiedenen Prägungen in den Schalungen erzielt. Die Herstellung der Endplatten für die Eckausbildung erforderte einen zweistufigen Prozess: zuerst wurde das kurze Ende gegossen, dann das Element gedreht und schließlich der lange Abschnitt betoniert. Eine Herausforderung stellten vor allem die gekrümmten Betonfertigteile für den Sockel des Museums dar. Rund 80 verschiedene Elemente wurden dafür angefertigt. Da die Schalung nicht mit CNC-Fräsen zugeschnitten werden konnte, musste dies von Hand geschehen.

Quelle

Baunetz Wissen Beton

Bildnachweis: Perot Museum: Mark Knight Photography, Austin

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