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Zementestrich

Zementestriche sind Mörtelschichten mit Zement als Bindemittel, die als Fußboden auf einem tragfähigen Untergrund oder auf zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschichten aufgebracht werden. Sie sind nach dem Erhärten mit und ohne Belag nutzbar und zeichnen sich durch ihre hohe Festigkeit, einen sehr hohen Verschleißwiderstand und gute Griffigkeit aus. Sie vertragen sowohl hohe als auch tiefe Temperaturen und sind unempfindlich gegen Feuchtigkeit.

Entsprechend der Verbindung des Estrichs zum tragenden Untergrund und ihrer Funktion unterscheidet man zwischen:

  • Verbundestrich (Estrich mit dem Tragbeton fest verbunden)
  • Estrich auf Trennschicht: (Estrich vom tragenden Untergrund durch eine dünne Zwischenlage getrennt)
  • Estrich auf Dämmschicht (schwimmender Estrich; Estrich auf einer Dämmschicht hergestellt)
  • Heizestrich (beheizbarer Estrich, in der Regel als Estrich auf Dämmschicht)
  • Hartstoffestrich (hochbeanspruchbarer Estrich mit Gesteinskörnungen aus Hartstoffen)

Der Estrich auf Dämmschicht ist auf seiner Unterlage beweglich und besitzt keine unmittelbare Verbindung mit angrenzenden Bauteilen (z.B. mit Wänden, Stützen, Rohren). Eine Übertragung von Körperschall ist damit ausgeschlossen.
Als Fließestriche werden Estrichmörtel bezeichnet, die durch Zugabe eines Fließmittels eine sehr weiche Konsistenz aufweisen und selbstnivellierend ohne nennenswertes Verteilen und Verdichten eingebaut werden können.

Eine Bewehrung ist für Estriche nicht zwingend erforderlich. Lediglich bei Zementestrichen auf Dämmschichten zur Aufnahme von Stein- und Keramikbelägen kann eine Bewehrung sinnvoll sein. Eine Bewehrung kann das Entstehen von Rissen nicht verhindern, jedoch die Rissbreite verringern und Höhenversätze der Risskanten vermeiden helfen. Allerdings erschwert sie auch Einbau und die Verdichtung des Estrichmörtels. Eine Zugabe von Fasern (Stahlfasern, alkalibeständigen Glasfasern, Kunststoff-Fasern) kann die Bildung von Schrumpf- und Frühschwindrissen im Estrich verringern.
Auch Fugen in Estrichen dienen der Vorbeugung unkontrollierten Rissbildung, hier durch Begrenzung von Spannungen. Es wird unterschieden in Bewegungsfugen, Scheinfugen und Arbeitsfugen.

Der eingebaute Estrich ist mindestens sieben Tage lang vor Zugluft und Sonneneinstrahlung sowie Lasteinwirkungen zu bewahren. Als Schutz gegen zu rasches Austrocknen können Kunststofffolien aufgelegt oder – sofern keine Beschichtung des Estrichs oder ein aufzuklebender Belag geplant ist – ein Nachbehandlungsmittel aufgesprüht werden. Im Freien sind bei extremen Temperaturen oder starken Temperaturschwankungen Wärmeschutzfolien oder -matten aufzulegen.

Wenn keine besonderen Maßnahmen getroffen werden, können Zementestriche nach etwa zwei bis drei Tagen begangen werden. Eine volle Belastung ist nach etwa zehn Tagen möglich. Beläge dürfen erst aufgebracht werden, wenn der Zementestrich ausreichend trocken ist.

Weiterführende Literatur

Verein Deutscher Zementwerke e.V. (Hrsg.): Zement-Merkblatt B19 "Zementestrich"

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