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Public-Private-Partnership (PPP)

Chancen für beide Seiten

1. Die Situation

Public-Private-Partnership ist in der Bundesrepublik noch längst nicht in dem Maße realisiert, wie es wünschenswert wäre. Das Beispiel Großbritannien zeigt, auf wie vielfältige Weise PPP-Projekte nicht nur der Infrastruktur auf die Beine helfen, sondern sich durch die Wirkung der öffentlichen Investitionen auch positiv auf die gesamte Volkswirtschaft auswirken. Wie eine aktuelle Studie des Instituts für Verkehrswissenschaft der Universität Münster am Beispiel des Verkehrswegebaus aufzeigt, bewirken öffentliche Investitionen von 1 Mrd. Euro für Straßenneu- und -ausbau einen volkswirtschaftlichen Jahresnutzen von 173 Mio. Euro, weshalb sie sich innerhalb von knapp sechs Jahren amortisiert. Dass damit über 18.000 Arbeitsplätze verknüpft sind, sei nur am Rande erwähnt.

Bau des Herrentunnels

Vielleicht noch offensichtlicher sind die Probleme, die durch die Zurückhaltung der öffentlichen Hand im Hochbau entstehen. Gerade die erforderliche Infrastruktur für die Bildung bedarf dringend gewaltiger Anstrengungen, um unsere Gesellschaft auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. Dabei geht es nicht nur um das dichte Dach in der Schule, sondern auch um die Erweiterung unserer Universitäten. Trotz der schwierigen Finanzlage von Städten und Gemeinden dürfen Sanierung und Ausbau der kommunalen Infrastruktur, gerade auch im Schulbau, nicht auf der Strecke bleiben.

Ein weiteres wichtiges Feld für kommunale Investitionen sind z. B. Trinkwasserversorgungseinrichtungen. Diese werden häufig von Stadtwerken betrieben, denen das Geld für die Modernisierung fehlt – obwohl innerhalb der EU der Wettbewerbsdruck gerade im Betrieb der Trinkwassernetze weiter steigen wird.

2. Das Anliegen

Könnte Schule machen: PPP-Projekt Schulen in Witten

3. Die Maßnahmen

Immer weniger Städte und Gemeinden sind in den nächsten Jahren in der Lage, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und die wirklich dringenden Investitionen anzuschieben. Wenn hier auf längere Sicht der Handlungsspielraum nicht völlig eingebüßt werden soll, ist Umdenken zwingend erforderlich. Dies um so mehr, als auf die Kommunen in den nächsten Jahren weitere Belastungen, etwa durch die Zusammenlegung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe zukommen. Speziell für Verkehrswegeprojekte bieten sich hier Modelle an, bei denen die privaten Investitionen sich über einen vertraglich vereinbarten Zeitraum amortisieren, während dessen der private Investor neben der Errichtung auch die Instandhaltung übernimmt. Daneben besteht die Möglichkeit, öffentliche Gebäude privat zu finanzieren, zu errichten und zu betreiben. Für Versorgungseinrichtungen besteht die Möglichkeit, Reinvestitionen oder Neubauten durch die Erlöse aus dem Betrieb der Anlagen zu refinanzieren.

In zahlreichen Veranstaltungen und Publikationen engagiert sich der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen und Auswege aufzuzeigen.

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Linktipps
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PPP-Projekte - Übersicht

In den vergangenen zwei Jahren wurden in Deutschland insgesamt 15 PPP-Projekte im öffentlichen Hochbau angeschoben. Dabei handelt es sich bei zehn Projekten um den Neubau bzw. die Sanierung von Schulgebäuden sowie angegliederten Sporthallen. Es werden zwei Verwaltungsgebäude sowie zwei Parkhäuser gebaut bzw. saniert. Ein weiteres Projekt beinhaltet den Neubau von drei Dreifeldsporthallen. Insgesamt werden 445 Mio. Euro investiert. Bei allen Projekten übernimmt das private Unternehmen neben traditionellen Bauaufgaben zusätzlich die Planung, die Finanzierung und den Betrieb der Gebäude über eine Laufzeit zwischen 15 und 50 Jahren. Durch diesen den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes abdeckenden Ansatz können erhebliche Einsparungen erzielt werden. Der durchschnittliche Effizienzvorteil dieser 15 PPP-Hochbauprojekte gegenüber der konventionellen Eigenrealisierung durch die Öffentliche Hand liegt bei 16,2 %.

Projektliste

(Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V.)

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