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Verkehrswegebau
Der Begriff »Mobilität« ist heute in aller Munde und meint den Gesamtprozess zur Vernetzung der Verkehrswege Luft, Straße, Wasser und Schiene. Der Ausbau und die Fortentwicklung der Verkehrsinfrastruktur zählt dabei zu den wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Steigender (Individual-)Verkehr und damit einhergehende höhere Umweltbelastungen erfordern weitsichtige Lösungen und Konzepte.
Beton ist ein »Mobilitätsbaustoff« – vielleicht der »Mobilitätsbaustoff« – mit dem sich die anstehenden Bauaufgaben zur Sicherung unserer Mobilität nachhaltig lösen lassen:
Straßen und Autobahnen
Start- und Landebahnen
Geräuscharme Straßenbeläge (Dränbeton)
Radwege

Straßen und Autobahnen
Der Betonstraßenbau hat in Deutschland eine über einhundert Jahre alte Tradition, wobei in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung stattgefunden hat. Heutige Straßen müssen den Anforderungen ständig steigender Verkehrs- und Achslasten, besonders im Güterverkehr, gerecht werden und dabei gleichzeitig hohe Verkehrssicherheit und geringe Lärmemissionen gewährleisten.
Dabei weisen Straßen mit Betonfahrbahndecken einige klare Vorteile auf: - Sie können hohe Lasten aufnehmen und wirksam verteilen.
- Die Nutzungsdauer ist länger als bei Asphaltdecken. Daher sind die Kosten für den baulichen Unterhalt deutlich geringer.
- Sie sind bei jeder Temperatur und Belastung verformungsstabil (keine Spurrinnen oder Verdrückungen)
- Betonfahrbahndecken sind aufgrund ihrer hellen und gut griffigen Oberfläche besonders verkehrssicher.
Die Betonfahrbahndecke wird im allgemeinen auf einem tragfähigen Planum durch Anordnung einer Frostschutzschicht und einer unter der Betondecke liegenden, gebundenen oder ungebundenen Tragschicht hergestellt. Die ein- oder zweilagig eingebaute Betondecke hat eine Gesamtdicke von 24 bis 30 cm.
Eingebaut wird die Betondecke heute mit einem sogenannten Gleitschalungsfertiger. Das wesentliche Merkmal dieser Technik ist das Mitschleppen der »gleitenden« Schalung sowie die Anordnung der einzelnen Arbeitseinrichtungen zum Verteilen, Verdichten, Dübel- und Ankersetzen und Glätten der Betondecke in einem kompakten Gerät auf einem Raupenfahrwerk. Damit in der Betondecke, aufgrund von Temperatur und Belastung, keine »wilden« Risse entstehen, werden in die Betondecke während der Erhärtung Längs- und Querfugen geschnitten. Nach dem vollständigen Erhärten der Betondecke wird der Fugenspalt mit einer Vergußmasse oder einem Kunststoffprofi verschlossen. 

Start- und Landebahnen
Ähnlich den Betonfahrbahndecken auf Straßen und Autobahnen werden auch die Rollwege sowie Start- und Landebahnen auf Flughäfen hergestellt.
Jedoch muß beachtet werden, dass die Radlasten eines modernen Verkehrsflugzeuges nahezu fünfmal so groß sind, wie bei Straßenfahrzeugen. Die Betondecke wird aus diesem Grund mit einer Dicke von ca. 40 cm hergestellt.
Wichtig ist, eine gute Griffigkeit beim Starten und Landen der Flugzeuge zu gewährleisten. Deshalb wird der Beton nach dem Einbau stärker als bei Straßen und Autobahnen texturiert. Dies wird mit einem Besenstrich quer zur Einbaurichtung der Rollbahn garantiert.
Eine Neuheit könnte bald auch für ständig eisfreie Landebahnen sorgen: Kanadische Wissenschaftler haben einen Beton entwickelt, der hervorragend den Strom leitet. Der Vorteil für die Umwelt: Bisher musste zum Enteisen Salz eingesetzt oder mit hohem Energieaufwand heiße Flüssigkeit durch Rohre im Beton gepumpt werden. Der Flughafen von Detroit will den Heizbeton schon bald auf einer Versuchslandebahn testen. 
Geräuscharme Straßenbeläge (Dränbeton)
Mehr als 40 Millionen Bundesbürger fühlen sich durch Lärm belästigt. Deshalb wurde in den letzten Jahren besonders daran gearbeitet, bei gleicher Leistungsfähigkeit der Betonfahrbahnen, die Lärmemissionen durch rollenden Verkehr zu reduzieren. Seit mehreren Jahren werden deshalb die Oberflächen von Betondecken bei der Fertigung in Längsrichtung strukturiert. Mit dieser Oberflächenbehandlung wird eine dauerhaft geräuscharme und griffige Fahrbahn erzeugt. An der Optimierung dieser Technik wird weiter gearbeitet.
Eine Weiterentwicklung sind spezielle, offenporige Betone. Diese sogenannten Dränbetone sind in der Lage, Schall zu absorbieren und damit die Rollgeräusche von Fahrzeugen zu vermindern.
Normalerweise wird beim Abrollen des Reifens Luft eingeschlossen, die pfeifend und zischend durch die Profilrinnen in der Oberfläche entweicht und dabei einen störenden Dauerton erzeugt. Durch die Haufwerksporigkeit des Dränbetons wird die Schallabstrahlung und Schallausbreitung vermindert. Die Schallenergie wird dabei absorbiert und die Lärmemission somit deutlich reduziert. 
Radwege
Das Interesse am Fahrrad hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Gerade bei Kurzstrecken ist das Rad eine echte Alternative zum Auto. Leider ist das Radfahren aber gerade in den Städten nicht ungefährlich. Erschreckend ist die hohe Unfallrate und die Schwere der Unfälle bei Radfahrern. Mit einem sicheren Wegenetz kann das Risiko für Unfälle deutlich gemindert und der Spaß am Fahren erhöht werden.
Bei der Planung von Radwegen stehen die Sicherheit des Radfahrers und die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes im Vordergrund. Aufgrund der großen Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrern ergeben sich zwangsläufig Überholmanöver, die einerseits das Unfallrisiko erhöhen aber auch die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs deutlich herab setzen. Deshalb sollten Radwege nach Möglichkeit von der Fahrbahn entkoppelt werden. Ist dies aufgrund der räumlichen Situation nicht möglich, sollte ein Teil der Fahrbahn für den Fahrradverkehr zur Verfügung gestellt werden. Radwege sollten eine andere Farbe als die Fahrbahn.
Betonpflastersteine sind durch die vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten an die örtlichen Gegebenheiten – wie Kurven, kleine oder unregelmäßige Flächen – und durch die guten gestalterischen Lösungen - wie Steinformen, verlegen im Verband, Farbgebung, Flächenaufteilung – ein gern verwendetes Material für Rad- und Gehwege. Für selbständig geführte Radwege, z.B. im ländlichen Raum, ist Ortbeton ein bewährter und wirtschaftlicher Baustoff. Ähnlich den Straßendecken erhalten Radwege einen Unterbau von mindestens 30 cm und eine Deckendicke von 12 cm Beton.

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