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Das Phaeno in Wolfsburg – Ein Großprojekt mit SVB
Das Science-Center in Wolfsburg, auch bekannt als „Phaeno“ ist eines der derzeit anspruchsvollsten Projekte mit selbstverdichtendem Beton, bei einem umbauten Raum von 117 000 m³ und 5000 m³ verbautem SVB sprechen Experten sprechen sogar vom größten mit SVB errichteten Bauwerk Europas.
Der Entwurf der Architektin Zaha Hadid weist komplexe, verschachtelte Formen auf. Die Ausstellungsebene schwebt über einer offenen „Plaza“ und wird getragen von zehn sogenannten „Cones“. Diese tragenden Elemente gleichen auf die Spitze gestellte Kegelstümpfen mit dreieckigem oder trapezförmigen Querschnitt und runden Ecken. Durch die Schrägstellung dieser Cones ergeben sich zum Teil extreme Neigungen von bis zu 40 Grad. Sowohl für die Cones als auch für die Kassettendecken war eine Ausführung in höchster Sichtbetonqualität und einheitlicher Farbe gefordert.
Der kühne architektonische Entwurf stellt hohe Anforderungen an Schalungstechnik und Qualität des Betons. Gefordert war eine Brettschalung mit vorgegebener Ausrichtung der Brettstöße und vorgegebenem Ankerraster. Der Entwurf sieht viele nicht rechtwinklige Aussparungen und Durchlässe sowie insgesamt schlanke Bauteile mit demzufolge dichter Bewehrung vor. Erst die Verwendung von selbstverdichtendem Beton für die entscheidenden Bauwerksteile Cones und Kassettendecke ermöglichte die Umsetzung dieser avantgardistischen Architekturelemente.
Für den Bau des Phaeno wurde für den Einsatz von SVB eine Zustimmung im Einzelfall beantragt und vom niedersächsischen Innenministerium erteilt. Der verwendete SVB weist folgende Zusammensetzung auf: Betonfestigkeitsklasse | B 45 | Zementart und Festigkeitsklasse | CEM I 42,5 R | Zementgehalt | 330 kg/m³ | Gehalt an Kalksteinmehl | 270 kg/m³
| Wassergehalt | 169 kg/m³ | Wasserzementwert | 0,53 | Gesteinskörnung | | Korngruppe | 0/2a; 2/8; 8/16 | Gehalt | 1594 kg/m³
| Mehlkorngehalt | 602 kg/m³ | Zusatzmittelgehalt FM | max. 5,45 kg/m³
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Bei einem Projekt dieser Größe ergaben sich zahlreiche praktische Erfahrungen mit Einbau und Lieferlogistik. So wurde bereits bei den ersten Betonierarbeiten im Tiefgeschoss des Bauwerks festgestellt, dass sich erhebliche Qualitätssteigerungen erzielen lassen, wenn der Betons gepumpt wird anstelle der Förderung im Schalkübel.
Bei der Lieferung des Betons ergab sich durch die erforderliche lange Mischzeit von 3 Minuten je Charge, dass die Kapazität des Transportbetonwerks auf ca. 20 m³/h limitiert war. Da Wartezeiten oder zu langsames Betonieren jedoch zu Verarbeitungsproblemen und Qualitätsproblemen bei den Oberflächen führten, wurde der SVB schließlich aus zwei Betonwerken bezogen, mit einer Gesamtleistung von bis zu 40 m³/h.
Weiter wurde festgestellt, dass frischer Beton sehr gut entlüftete, sobald aber frische Luft in bereits zur Ruhe gekommenen, entlüfteten Beton eingebracht wurde, konnte diese nicht mehr entweichen. Deshalb wurde beim Umsetzen des Pumpenschlauches schon oberhalb der Betonoberfläche angepumpt und der Schlauch dann erst in den frischen Beton eingeführt.
Langsameres Betonieren, Stopps oder Verzögerungen beim Betonieren führten zu Hautbildungen, die Betonlagen vermischten sich nicht intensiv sondern liefen übereinander. Dieses Problem wurde gelöst, indem die Betonoberfläche durch Stochern mit Stangen von Hand in Bewegung gehalten wurde.
Auch in Wolfsburg bestätigte sich, dass selbstverdichtender Beton sensibler auf Veränderungen reagiert, seien es Abweichungen bei der Herstellung, beim Transport oder auf der Baustelle. So wurde beispielsweise ein deutlich schlechteres Entlüftungsverhalten bei niederen Temperaturen beobachtet.
Insgesamt hat der selbstverdichtende Beton beim Phaeno allerdings beweisen, dass er gerade für architektonische Aufgabenstellungen mit höchsten Ansprüchen an die Sichtbetonqualität geeignet ist und auch im Großeinsatz erfolgreich angewendet werden kann. Ohne die Verwendung von selbstverdichtendem Beton wären filigrane Elemente wie die Wände der Cones nicht realisierbar gewesen. Ab Ende 2005 kann sich der Besucher im Phaeno selbst davon überzeugen. 
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