21.01.2016

Sichtestrich in Vinothek

Erweiterung eines Weinguts

Der Zementfließestrich CemFlow lässt sich ergonomisch im Stehen verteilen. Foto: HeidelbergCement/Steffen Fuchs

Die neue Vinothek des Weinguts Reiss in Würzburg bietet mit dem geschliffenen Sichtestrich CemFlow von HeidelbergCement und einer rauen Muschelkalkmauer das gelungene Ambiente für die Degustation und zeitgemäße Vermarktung guter Frankenweine.

Wie kann sich ein Weingut aus den 70er Jahren mit seinem Konglomerat diverser Bauten in ein Ensemble von Räumlichkeiten mit Außenwirkung für Repräsentation und Verkauf wandeln? Mit dem klugen Konzept der Würzburger Architekten archicult GmbH - breunig architekten hat die Winzerfamilie Reiss in Würzburg nicht nur ihren Bestand erweitert, sondern auch ein weithin sichtbares Markenzeichen geschaffen. Sie ließ über einem eingeschossigen Verbindungsbau einen zweigeschossigen Würfel einschieben, der teils aus einer ganzseitig verglasten Pfosten-Riegelkonstruktion, teils aus einer markanten Stahlbetonwand besteht, die mit Natursteinplatten verblendet ist. Die modernen 12 mal 80 Zentimeter großen Riemchen aus Muschelkalk erinnern an die seit Jahrhunderten von Hand aufgeschichteten historischen Weinbergmauern. Wie die Ingredienzen bei reinem Wein nutzten die Architekten auch für den Erweiterungsbau unverfälschte Materialien wie gewachsten Stahl, Mauschelkalk und Beton. Für den Boden wählten sie einen geschliffenen Zementfließestrich, der als nahezu fugenlose Fläche sowohl Kontrast als auch durch die Pigmentierung seiner Kieselstreuung farblichen Angleich an die Natursteinmauer bot.

Muschelkalk prägt den Boden der Weinberge und das Gesicht der Landschaft, hier als Wandbekleidung in Bezug zum Designestrich. Foto: HeidelbergCement/Steffen Fuchs

Ästhetischer Sichtestrich mit Funktion

Der geschliffene Sichtestrich erfüllt zweierlei Funktionen. Zur Ästhetik gesellt sich seine extreme Robustheit, die aufgrund des Zementanteils auch schwere Hubwagen trägt, die zum Kühlraum fahren. Geschäftsführer Pohli vom Unternehmen Steinservice Pohli hat den monolithischen und homogenen Bodenbelag mit vier Mitarbeitern verlegt. Zunächst wurde der unebene Boden des Bestands mit einem wärmedämmenden Porenleichtmörtel Poriment P ausgeglichen. Anschließend konnte der Bauunternehmer, nach Einbringen einer Trennfolie, acht Kubikmeter Zementfließestrich CemFlow bei einer Höhe von 40 bis 80 Millimetern Bodenaufbau einbringen und damit auch Bodensprünge im Altbau optimal ausgleichen. Dies gelingt, weil bei Unebenheiten das zementgebundene, faserarmierte Material ohne Änderung der Optik geschliffen werden kann. Die Heidelberger Beton GmbH lieferte CemFlow für 140 Quadratmeter Bodenfläche mit dem Fahrmischer an, die Verleger pumpten ihn in die beiden Geschosse. Anschließend wurde der Zementfließestrich mit der Schwabbelstange entlüftet. „Nach drei Tagen ließ er sich für den ersten groben Anschliff begehen. Nach 14 Tagen wurde in mehreren Arbeitsgängen so lange geschliffen, bis das befriedigende Resultat erreicht war“, so Michael Pohli. Eine abschließende Hydrophobierung sichert den an sich atmungsaktiven Boden vor Verschmutzung durch Weine oder sonstige Flüssigkeiten. Nur eine sichtbare, mit Aluminiumstreifen belegte Bewegungsfuge zwischen zwei Bauteilen verläuft im weitgehend fugenlosen Sichtestrich. Eine zweite Fuge wurde unter einer nachträglichen Wand zu den Serviceräumen verlegt.   

Objektsteckbrief:

Quelle: HeidelbergCement in Deutschland

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