26.04.2012

Neubau eines Zentrums für Mikroelektronik und Nanotechnologie in Polen

Schalungs-Unikat für Riesige Stahlbeton-Kapsel

Eine außergewöhnliche Schallösung hat Harsco Infrastructure für den Erweiterungsbau der polnischen Universität Rzeszów entwickelt. Der Bau eines riesigen kapselförmigen Gebäudeteils wurde mit Hilfe einer Schalkonstruktion erstellt, bei der Standard-Schalsysteme und Napla-Sonderschalungselementen geschickt kombiniert wurden.

Rzeszów ist mit knapp 180.000 Einwohnern ein wichtiges Zentrum im Südosten Polens nahe der russischen Grenze. Seine 2001 durch Zusammenlegungen gegründete Universität zeichnet sich durch eine stetig wachsende Studentenschaft aus. Jetzt expandiert die Uni weiter und investiert mit dem Neubau eines Zentrums für Mikroelektronik und Nanotechnologie in zukunftsweisende Wissenschaftsbereiche. Als Generalunternehmer für diesen Neubau fungiert die schwedische Skanska-Gruppe, die im Mai 2010 die Arbeiten aufnahm. Als Partner von Beginn an mit dabei: Harsco Infrastructure Polska als Planer und Lieferant der teils äußerst anspruchsvollen Schalungslösungen.

Der L-förmige vierstöckige Neubau umfasst rund 462.000 m³ umbauten Raum und wird ergänzt von einer Tiefgarage mit 296 Stellplätzen. Als Wandschalung kommt vor allem die Manto-Großrahmenschalung zum Einsatz; an der Decke führt die Topflex-Holzträgerschalung die Vorhaltemengen an. Doch die schalungstechnisch höchste Aufmerksamkeit gilt den zylindrischen Wänden der sieben Hörsäle, die über den Gebäudeumriss hinausragen und zusammen mit Bodenplatte und Decke eine riesige Ortbeton-Kapsel bilden, die sich über die gesamte Gebäudelänge zieht.

Eine praktikable und möglichst wirtschaftliche Schalungsmethode zur Herstellung dieser komplexen bogenförmigen Bauteile zu finden, ist bei diesem Projekt die größte Herausforderung an die Schalungsplaner von Harsco Infrastructure gewesen. Ihre Lösungen mussten nicht nur die hohen technischen Anforderungen erfüllen. Wichtig war es auch, bereits im Planungsstadium alle Schalvorgänge durchzuspielen und so abzustimmen, dass die Arbeiten an benachbarten Bauteilen keinesfalls behindert würden. Eine Aufgabenstellung, die Skanska- und Harsco-Ingenieure in enger Abstimmung lösten. Harsco Infrastructure entwickelte für den Sonderschalungseinsatz eine detailgenaue Ablaufplanung und lieferte alle Zeichnungen und statischen Berechnungen für die bogenförmigen Napla-Sonderschalungselemente. „Napla“ steht für Nagelplatten, denn die Kern-Idee dieser Sonderschalung ist: Hölzer gleicher Dicke werden in jedem gewünschten Winkel mit Nagelplatten zu absolut festen Knoten verbunden.

In Kooperation mit einem ortsansässigen Holzbau-Unternehmen wurden die vorgefertigten Basisteile der hölzernen Schalung auf die Baustelle geliefert und hier mit Nagelplatten zu formgebenden Schalelementen montiert und mit der Schalhaut belegt. So ließ sich jede der gewünschten Schalformen passgenau herstellen.

Fünf Betonierabschnitte
Sämtliche zylindrischen Schalungen für die Wände der Kapsel wurden auf Arbeitsplattformen gestellt, die von ID 15-Türmen getragen wurden. Sie sorgten für einen sicheren Lastabtrag während der Herstellungsphase der Bauteile. Wegen der enormen Größe der Kapsel und ihrer ungewöhnlichen Geometrie aus großflächigen Rundungen wurde dieses Bauteil in fünf einzelnen Fertigungsabschnitten hergestellt. Nachdem im ersten Schritt der Kapselboden betoniert war, wurde in der zweiten Phase der gebogene Übergang zwischen Boden und senkrechten Wänden mit Hilfe von Spritzbeton hergestellt. Der dritte Betonierabschnitt umfasste die vertikalen runden Wandflächen, die mit Hilfe der Ronda-Rundschalung hergestellt wurden. In Phase 4 wurde der gebogene Übergang zwischen vertikalen Wandflächen und späterer Decke geschalt und betoniert. Die innere Schalung hierfür bestand aus Napla-Elementen, die im Inneren der Kapsel auf einem Traggerüst aus dem Modex-Modulgerüstsystem montiert wurden. Die äußere Schalung (ebenfalls Napla) wurde zum Teil von Hängekonsolen getragen, zum Teil stand sie auf den auskragenden Schalelementen der Kapsel-Bodenschalung. Im letzten Fertigungsabschnitt wurde die Kapsel mit einer geraden Deckenfläche geschlossen. Hierbei kamen Topmax-Deckenschaltische zum Einsatz, die ebenfalls vom Modex-Traggerüst im Kapselinneren unterstützt wurden.

Das äußerst anspruchsvolle Projekt ging reibungslos vonstatten – vor allem auch wegen der von Beginn an engen Zusammenarbeit zwischen Skanska und Harsco, so die Aussage der Verantwortlichen.

Quelle: Harsco Infrastructure

 

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