05.01.2015

"Die Betonschreiner"

Efecto baut Beton-Möbel leicht, schnell und maßgeschreinert

Die Betonschreiner aus Weitramsdorf in Oberfranken verarbeiten Fassadenplatten aus Beton zu individuellen Möbelstücken, die händelbar und bezahlbar sind.

Nico Schäfer hat es geschafft, sein Können als Schreiner mit seiner Leidenschaft zum Beton zu vereinen. Efecto verarbeitet Fassadenplatten aus Beton ähnlich wie die Schreinerkollegen Spanplatten oder Sperrholz. Die dünnen Platten werden auf Gehrung gesägt und miteinander verklebt. Am Ende sieht man kaum einen Übergang. „Wir können viel maßhaltiger fertigen und wissen vorher, wie die Oberfläche letztendlich aussieht, da wir nicht ausschalen müssen.“ Auf diese Art sind Formen möglich, die man nicht gießen kann bzw. Größen umsetzbar, die als Betonguss viel zu schwer sind. „Wir haben uns darauf spezialisiert, Betonplatten auf Maß zu sägen, zu verkleben, weiter zu verarbeiten zu Formen, die unsere Kunden wünschen.“ Das sind z.B. Arbeitsplatten für Küchenhersteller und Kaminverkleidungen, Kamintische oder Ofenbänke für Kaminbauer. Ein neues Aufgabenfeld sind Waschtische für den Sanitärbereich. Aber auch Möbelstücke wie Tische, Stühle, Bänke kommen aus dem Haus efecto. Ganz besonders interessant sind diese wegen ihrer Leichtigkeit und weil sie nicht brennbar sind. „In Fluchtbereichen brauchen wir Möbel, die der Brandschutzklasse A 1 (nicht brennbar) entsprechen. Und da gibt es im Prinzip nur Glas, Stein, Metall und Beton.“

„Wir schreinern Beton“

Seit seiner Diplomarbeit arbeitet der gelernte Schreiner und Innenarchitekt mit dem österreichischen Betonwerk Rieder zusammen. Die 1,20 m x 1,50 m großen Fassadenplatten werden von den Betonschreinern passgenau und individuell verarbeitet. Mit einer Materialstärke von nur 13 mm können die glasfaserbewehrten Platten bis zu einer Länge von 3,60 m geliefert werden. Damit erhöht sich der Spielraum für die Betonschreiner: „Bei uns kann der Architekt seinen Entwurf einbringen, den wir individuell und nach seinen Vorstellungen umsetzen. Verschiedene Farben und Formen sind möglich – genau so, wie er es haben will.“ Kunden können aus zehn Grundfarben und zwei Oberflächenstrukturen, gebürstet oder sandgestrahlt, auswählen. Je nach Verwendung und Anforderung werden die Plattenoberflächen von efecto behandelt. „Ich erhalte die Betonplatten, als einer der wenigen, roh vom Hersteller geliefert, da die Hydrophobierung oder der Graffitischutz nicht lebensmittelecht sind. Wir wählen dann je nach Nutzung und Kundenwunsch unsere eigene Beschichtung aus.“ Die meisten Teile werden nur imprägniert, da dies die Oberflächenstruktur des Betons am ehesten erhält und für die Verwendung zum Beispiel im Kaminbau ausreicht. Die Anforderungen an die Oberfläche einer Küchenarbeitsplatte oder eines Waschtisches sind wesentlich höher. Bisher hat Nico Schäfer noch nicht die perfekte Beschichtung gefunden: „Wir testen ständig und so kommen wir Stück für Stück voran.“ Momentan haben Kunden die Wahl zwischen imprägniert, gewachst oder versiegelt. „Das dürfen unsere Kunden vor Auftragserteilung immer testen. Ich frage dann, was sie lieber mögen.“
Das große Ziel ist, die Beschichtung zu finden, die den hohen Anforderungen sowohl im Küchen- als auch im Sanitärbereich gerecht wird. „Ich suche eine Beschichtung, die haptisch nicht aufträgt. Die vom Empfinden den Beton haptisch unverändert lässt und keine Flecken entstehen können. Dann ist das Thema Küchenarbeitsplatte und Waschtisch für viel mehr Kunden interessant.“ Um dieses Ziel zu erreichen wird die ganze Familie von klein auf in die Forschung mit einbezogen. Halbjährlich wechselt Nico Schäfer die Betonplatte seines Küchentisches aus: „Wenn ich eine neue Beschichtung gefunden habe, fertige ich mit dieser eine neue Tischplatte. Meine Kinder sind eineinhalb und vier Jahre alt, und die testen auf Herz und Nieren. Da landet einiges auf dem Tisch oder es werden Besteck und Tassen unsanft darüber geschoben. Da weiß man dann, was geht oder nicht.“

„Im Herzen sind wir Schreiner“

Von Beton können die sechs Mitarbeiter nicht genug bekommen. Ob Esstisch, Gartenmöbel oder Bett – efecto lebt Beton: „Einer meiner Mitarbeiter hat ein Bett aus Beton, ich habe die Küchenarbeitsplatte, einen Esstisch und ein Sideboard aus Beton. Viele Kleinmöbel im Büro sind ebenfalls aus unserem Lieblingsmaterial. Das ist eben unser Thema." Trotzdem ist und bleibt Holz das Material, mit dem ein Schreiner „laufen“ lernt. Auch Nico Schäfer und seine Mitarbeiter können und wollen davon nicht ganz loskommen. Auch wenn ihre  Spezialisierung auf der Verarbeitung von Beton liegt, kombinieren sie beide Materialien gerne miteinander. Mit den hauseigenen Möbelkollektionen werden den Kunden die vielfältigen Möglichkeiten aufgezeigt. „Die Kombination des glatten, doch eher kühl wirkenden Betons mit dem warmen Holz spricht uns und unsere Kunden an.“ Und genau das ist die Feinheit, mit der ein Betonschreiner arbeitet.

Fotos: Efecto
Text: Miriam Junkin

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