07.08.2008

Brodelndes Licht aus Beton

Mit einem Durchmesser von 16 cm und einer Erhabenheit von rund 8 cm stehen die Noppen jeweils auf 40 Meter Länge und rund acht Metern Höhe aus der Fassade.

Man mag es Kunsthalle oder Galerie nennen, ins Auge sticht hie wie da als erstes die ungewöhnliche Fassade. Riesige Noppen prägen das Erscheinungsbild respektive die Hülle des Gebäudes, in dem eine weltweit tätige Galerie in Uetikon unweit des Zürichsees ihre wertvollen Kunstschätze zur Schau stellt.

Mit einem Durchmesser von 16 cm und einer Erhabenheit von rund 8 cm stehen die Noppen wie riesige Saugnäpfe aus dem Betongrund, der sich um den Baukörper schmiegt. Als privates Kunstmuseum erfüllt diese ehemalige Fabrikhalle nun ihren Zweck und mit ihrem Shed-Dach, dessen gewaltige Oberlichter die Ausstellungsräume mit Tageslicht fluten, blinzelt dieses Relikt aus vergangener Zeit in die Gegend. Und aufgrund einer originären Lichttechnik ist man nächtens versucht, den Beton mit seiner genoppten Fassade gar kochen oder brodeln zu sehen.

Eine genoppte Betonfassade als Gebäudehülle spiegelt im Zusammenspiel von Ästhetik und Funktionalität moderne Baukultur wider, wobei zum einen mit den Betonnoppen der raue Industriecharakter nach außen sichtbar, zum anderen aber auch der Schutzcharakter dieser Gebäudehülle bildhaft gemacht werden soll. Schließlich sollen Bauwerke im Verständnis der Architekten nicht nur die regionaltypische Baukunst abbilden, sondern auch ihrer Nutzung sowie ihrem Ursprung optisch gerecht werden.

Die Fertigteile der Element AG Veltheim fügen sich zu dieser genoppten Fassade, die sowohl beim Rastermaß als auch beim Ausschalen ihre Tücken hatte. Von der Temperatur abhängige geringfügige Längenänderungen im Polyurethan der Matrizen von NOEplast mussten durch Streckung oder Stauchung der Matrizen aufgefangen werden. Schließlich dulden die Noppenreihen weder einen Versatz noch einen „Unterbruch“, wie es die Schweizer nennen. Und mit der gleichen Exaktheit waren auch die Fertigteile zu versetzen, um Fugen- und Noppenraster Millimeter genau in Einklang und die Stoßfugen auf ein einheitliches Maß zu bringen. Schließlich durften die Noppen durch die Fuge nicht durchtrennt, sie mussten jeweils um die Noppen geführt werden.

Auf 40 Meter Fassadenlänge und einer Höhe von rund acht Metern gingen die Strukturmatrizen von NOEplast als Sonderanfertigung mit 4 x 4 Metern für die Fertigteile der Fassade in die Fertigteilproduktion. Vor allem die Riesen-Noppen mit ihrem Durchmesser von 16 cm und einer Erhabenheit von 8 cm führten zu einem verstärkten Saugverhalten der Strukturmatrizen beim Ausschalen. Zusätzlich entwickelt der selbstverdichtende Beton während des Abbindens eine sehr hohe Temperatur, man spricht von bis zu 60 Grad, die in diesem Fall erreicht wurden. Das will bei Matrizengrößen von 4 x 4 Meter beton- und ausschaltechnisch erst einmal bewältigt werden. Die ungewöhnliche Fassade des privaten Kunstmuseums zeigt jedoch, dass im Zusammenwirken von Elementwerk, NOE Schweiz in Aarau mit ihrem Spezialisten Rudolf Hunkeler und NOEplast in Süssen auch diese ungewöhnlichen Anforderungen zu meistern sind.

Die PU-Strukturmatrizen von NOEplast sind im Ortbetonbau genau so wie in Fertigteilwerken einzusetzen, wobei die robusten Eigenschaften der PU-Matrizen hundert und mehr Einsätze erlauben.

Riesige Noppen prägen die Hülle des Gebäudes, in dem eine weltweit tätige Galerie in Uetikon unweit des Zürichsees ihre wertvollen Kunstschätze zur Schau stellt.

 

 

 

Die Sonderanfertigungen mit 4 x 4 Metern sowie die ungewöhnlichen Abmessungen der Noppen führten zu einem verstärkten Saugverhalten der Strukturmatrizen beim Ausschalen.

 

 

 

Quelle: Noe Schaltechnik

Newsletter & Newsfeeds

Mit unserem RSS Newsfeed bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

www.beton.org/rss

Social Stream

Youtube

Folgen Sie uns auf:

Twitter Facebook YouTube

Diese Internetseiten sind ein Service
der deutschen Zement- und Betonindustrie

Logo - Beton.org

Es kommt drauf an,
was man draus macht.

  • E-Mail
  • Facebook
  • RSS
  • Twitter
  • YouTube