17.11.2016

10 Jahre Terraplanboden

Ein Jubiläumsbesuch im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart

 „10 Jahre Terraplanboden“ – dieses „kleine“ Jubiläum nahm man bei dem Betonwerkstein- und Terrazzo-Unternehmen Bayer zum Anlass für einem Besuch im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum. Es war das erste Großprojekt, bei dem der innovative Terraplanboden - ein großflächiger und hochbelastbarer Sichtbetonboden - eingebaut  wurde. Für Terraplan begann damit ein Siegeszug sondergleichen.

Blickt man auf die über 100jährige Firmengeschichte von Bayer zurück, dann sind zehn Jahre sicherlich eine kurze Zeitspanne. Die R. Bayer-Gruppe mit insgesamt drei Unternehmen zählt zu den renommiertesten Herstellern von Betonwerkstein und Terrazzo in Deutschland. Der Grundstein hierfür wurde bereits im Jahre 1911 mit der Herstellung von Betonmauersteinen und Betondachsteinen gelegt. Seit 1972 wird die Firma bereits in der dritten Generation von dem an der Ulmer Steinbeis-Schule ausgebildeten Betonstein- und Terrazzoherstellermeister Richard Bayer und seiner Frau, der Architektin Ute Bayer, geführt. Und mit Jörg Bayer, ebenfalls Absolvent der Ulmer Meisterschule, steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern. Hergestellt werden in Blaubeuren, Zwickau und Munderkingen Treppen aller Art, Sonderteile, Fassaden, Eingangsbereiche, Bodenplatten, Steinkunst- und Terrazzoböden. Etwa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt.

Das Stuttgarter Mercedes-Benz Museums war das erste Großprojekt, bei dem der innovative Terraplanboden eingebaut wurde.
Armin G. Groeger (im Vordergrund), Leiter der Besucherbetreuung im Mercedes-Benz Museum, bestätigte Richard Bayer und seinen Gästen, dass sich der Terraplanboden auch nach zehn Jahren noch „in bester Verfassung“ präsentiert.
Von Hersteller Dyckerhoff gab es für Ute und Richard Bayer Blumen sowie eine Urkunde für 10 Jahre Terraplan.

Vom klassischen Terrazzo zum modernen Terraplanboden

Er zählt zu den Klassikern unter den Bodenbelägen: Terrazzo – Sinnbild eines wertvollen fugenlosen Bodenbelags in zeitloser Schönheit. Terrazzoböden sind örtlich eingebrachte, fugenlose Bodenbeläge, die meist zweischichtig hergestellt werden. Für den Unterbeton wird in der Regel Grauzement verwendet, beim Vorsatzbeton meist Weißzement in Verbindung mit farbigen Marmor- und Kalksteinkörnungen. Das Besondere am Terrazzo im Unterschied zum normalen Estrich ist neben der speziellen Terrazzo-Rezeptur vor allem das durch das Walzen erzielte dichte „Korn an Korn-Gefüge“. Und: Ein Terrazzoboden muss nach dem Einbringen feingeschliffen werden. Dies zeigt bereits, dass ein Terrazzoboden viel fachmännische und damit auch aufwändige Handarbeit erfordert. So begann man bei Bayer in Blaubeuren gemeinsam mit dem Weißzement-Hersteller Dyckerhoff in Wiesbaden zu überlegen, worin eine ebenso leistungsfähige, aber wirtschaftlichere Alternative zu den rein handwerklich herstellten Terrazzo bestehen könnte. Das Ergebnis dieser Überlegungen war der innovative Terraplanboden. Ein monolithischer Boden in moderner Sichtbeton-Architektur, der sich mit Hilfe rationeller Transportbetontechnik auch auf großen Flächen schnell und wirtschaftlich einbauen lässt. Mit seiner feinen und ebenen Oberfläche und mit großen fugenarmen Feldern ist er optisch dem Terrazzo ähnlich. Darüber hinaus setzt er allerdings hinsichtlich der Lebensdauer, der Ebenheit, der Reinigungskosten aber auch der Gestaltungsmöglichkeiten ganz neue Maßstäbe bei der Bodengestaltung.

Ein Boden aus reinem Beton ohne Beschichtung

Vereinfacht ausgedrückt ist Terraplan ein Boden aus reinem Beton, also ein monolithisches System. Es wird dabei ganz bewusst auf eine Beschichtung verzichtet, stattdessen werden die vielfältigen positiven Eigenschaften des Betons genutzt. Voraussetzung ist allerdings, dass die vor Ort eingebrachten Betonböden wie Terrazzo auch geschliffen werden. Ebenfalls in Analogie zum klassischen Terrazzoboden kommt auch bei der Betonrezeptur von Terraplan der Gesteinskörnung eine besondere Bedeutung zu, da diese nach der finalen Oberflächenbehandlung maßgeblich das Erscheinungsbild des Bodens bestimmt. Die Zusammensetzung des Betons entscheidet also bereits darüber, ob die Oberfläche feinkörnig, grobkörnig, homogen oder gesprenkelt wirkt. Die Betonrezeptur besteht in der Regel im Unter- und Vorsatzbeton aus Weißzement. Dadurch wird ein gleichbleibend hohes Maß an Reproduzierbarkeit der Rezepturen sichergestellt, da der Weißzement Dyckerhoff Weiss nicht nur bundesweit, sondern auch im benachbarten Ausland stets in gleicher Qualität verfügbar ist.

10 Jahre Mercedes-Benz Museum: Der acht Millionen Praxis-Test

Nach einigen kleineren, mit dem neuen Bodensystem realisierten Objekten – meist im häuslichen Bereich – kam mit dem Mercedes-Benz Museum in Stuttgart im Jahr 2006 das erste spektakuläre Großprojekt, bei den die Fa. Bayer eine Terraplanboden einbaute. Das vom „UN studio“ der weltberühmten niederländischen Architekten Ben van Berkel und Caroline Bos entworfene Gebäude ist mit seiner einzigartigen Struktur auf Basis einer Doppelhelix sowie 16.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche auf neun Ebenen ein Bauwerk der Superlative - in architektonischer und baulicher Sicht, aber auch was die Ausstattung betrifft. Zur Gestaltung der Böden im Eingangs- sowie in Teilen des Ausstellungsbereichs hatten sich die Planer für den Einbau von Terraplan entschieden. Die Firma R. Bayer war dabei genau der richtige Partner auf Handwerkerseite, um die perfekte Ausführung der anspruchsvollen Arbeiten gewährleisten zu können. Insgesamt entstanden hier über 3.500 m² fugenlose und makellos glänzende Terraplanböden, die nicht nur den Besuchern optimalen Gehkomfort bieten, sondern die auch den Belastungen durch die im Museum präsentierten Fahrzeuge, vom Formel 1-Boliden bis hin zum schweren LKW, sicher standhalten. Durch die Verwendung von dunkler Körnung in heller Zementmatrix aus Dyckerhoff Weiss konnte ein spannungsreicher, von den Architekten gewollter Kontrast zum klassischen Terrazzo-Boden in anderen Ebenen erzielt werden. Im Eingangsbereich kamen als zusätzliches gestalterisches Element Intarsien in Form großer, in die Fläche eingelegter, heller Kreise hinzu. Als markante Punkte wirken sie auf das Auge des Besuchers, bringen einen Maßstab in das Gebäude und lockern zugleich die Geometrie der großen Eingangshalle auf fast spielerische und dennoch elegante Weise auf. Außerdem schaffen sie einen optischen Übergang von der lichtdurchfluteten Glasfront in das zentrale Atrium. Ein einmaliges Referenzobjekt, das Richard Bayer seinen Gästen auch nach zehn Jahren noch voller Stolz präsentieren konnte. Und stolz machten ihn auch die Aussagen von Armin G. Groeger, dem Leiter der Besucherbetreuung im Mercedes-Benz Museum, der bei der Begrüßung bestätigte, dass sich der Boden auch nach zehn Jahren noch „in bester Verfassung“ präsentiert – und dies bei mittlerweile acht Millionen Besuchern, die ihn im wahrsten Sinne des Wortes „mit Füßen getreten haben“.

Die Erfolgsstory geht weiter

Was vor zehn Jahren mit dem Mercedes-Benz Museum begann, hat mittlerweile seine Fortsetzung in zahlreichen weiteren, ebenso spektakulären Objekten seine Fortsetzung gefunden – insbesondere im Bereich von Museen, Theatern oder Eingangs- und Empfangshallen. Die Beispiele reichen von Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, das Städel Museum in Frankfurt und das Porsche-Museum in Stuttgart-Zuffenhausen über das Shopping-Center My Zeil in Frankfurt bis hin umgebauten Salzburger Hauptbahnhof - um nur einige wenige zu nennen. Ganz aktuell zählt dazu auch das 2015 neu erbaute NS-Dokumentationszentrum am Münchner Königsplatz, bei dem  insgesamt 2.500 qm Terraplan eingebaut wurden, um so der sensiblen Thematik angemessene, zeitlos schlichte Flächen zu erhalten. Im neuen Foyer des Messe- und Congress Centrums Halle Münsterland, einem ebenfalls ganz aktuellen Objekt, wird dagegen durch den strahlend weißen Boden aus Dyckerhoff Terraplan ein elegant-modernes Ambiente erzeugt.

Dass es Bayer gelungen ist, in jedem Objekt einen ganz individuellen Terraplanboden zu kreieren, liegt nicht zuletzt daran, dass sich das Unternehmen nicht nur intensiv mit der neuen Technik auseinandergesetzt, sondern sie auch ständig weiter entwickelt hat. Dazu gehört der Einsatz von verschiedenen Additiven wie Fließmittel, Schwindreduzierer und Fasern. Dazu gehört auch, dass man nicht mehr allein auf die in den Silos der Transportbetonanlage vorrätigen Gesteinskörnungen zurückgreift, sondern vielmehr vor Ort jeweils ganz individuelle, oftmals regionale Gesteinskörnungen in Bigbags bereit hält, um diese dann direkt auf der Baustelle in den Fahrmischern hinzu zu mischen. Denn - wie bereits oben erwähnt - bestimmen die Gesteinskörnungen ganz maßgeblich Farbgebung und damit die optische Wirkung des Bodens. Wichtig ist auch zu wissen, dass die so hergestellten Betone sowohl eigen-, als auch fremdwacht sind, letzeres durch die argus CERT BAU, einer der führenden Stellen für die umfassende Prüfung, Überwachung und Zertifizierung von Bauprodukten und Bauverfahren. 

Quelle und Fotos: R. Bayer Beton- und Terrazzogruppe

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